Armenische ökumenische Tagung auf der Insel San Lazzaro bei Venedig

Gemeinsame Initiative der Mechitaristenkongregation und der Vertretung der armenisch-apostolischen Kirche für Westeuropa – Kardinal Koch würdigt das Werk Mechitars von Sebaste als Beispiel des „kulturellen Ökumenismus“

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Foto: © Pe-sa (Quelle: Wikimedia; Lizenz GNU Free Documentation License)

Venedig, 10.02.20 (poi) Das Thema „Glaube und Werke“ stand im Mittelpunkt einer armenischen ökumenischen Tagung, die von 7. bis 9. Februar im Mechitaristenkloster auf der Insel San Lazzaro bei Venedig stattgefunden hat. Zu der Tagung wurde gemeinsam von der armenisch-katholischen Mechitaristenkongregation und von der Vertretung der armenisch-apostolischen Kirche für Westeuropa eingeladen. Organisiert wurde die Tagung von der Stiftung „Haus der Gottesmutter“ in Jerewan, als Ko-Vorsitzende fungierten der armenisch-katholische Erzbischof von Konstantinopel, Boghos Levon Zekiyan (er ist auch Päpstlicher Delegat für die Mechitaristenkongregation), und Erzbischof Khajag Barsamian, der Legat der armenisch-apostolischen Kirche für Westeuropa. Unter den Teilnehmenden waren armenische Kirchenleute, Wissenschaftler, Schriftsteller, Unternehmer und Künstler aus aller Welt. Es ging u.a. um die Situation des Glaubens im „digitalen Zeitalter“, die neue städtische Situation als Herausforderung für das Glaubensleben, um das Gebet als Ursprung und Stütze des Glaubens.

In seiner von P. Hyacinthe Destivelle verlesenen Grußbotschaft betonte der Präsident des Päpstlichen Rates für die Einheit der Christen, Kardinal Kurt Koch, die ökumenische Dimension des Werkes des Gründers der armenischen Benediktiner, des Mönches Mechitar von Sebaste (Sivas). Das Werk Mechitars könne als Beispiel des „kulturellen Ökumenismus“ gesehen werden. Der Gründer der Mechitaristenkongregation habe eine Synthese, einen „Austausch der Gaben“, verwirklicht, u.a. zwischen der armenischen Tradition der monastischen Theologie und der westlichen systematischen Theologie, zwischen dem armenischen humanistischen Ideal und der klassischen westlichen Konzeption. Auch die Tagung auf der Insel San Lazzaro sei ein Beispiel des „kulturellen Ökumenismus“: „Die Kenntnis der Kultur der anderen Christen ermöglicht es, besser zu verstehen, wie sie die Botschaft des Evangeliums erfassen und wie wir alle – jenseits der legitimen kulturellen Unterschiede – den selben christlichen Glauben teilen, der entsprechend dem besonderen Genius des jeweiligen Volkes zum Ausdruck gebracht wird“.

Unter den Teilnehmenden der Tagung waren etwa der armenisch-apostolische Bischof in Paris, Vahan Hovhanissian, der Ökumene-Referent des armenisch-apostolischen Patriarchats in Etschmiadzin, P. Shahe Ananyan, die in Lafayette (USA) lehrende Historikerin Prof. Rachel Goshgarian, der Jugend-Verantwortliche des armenisch-apostolischen Patriarchats von Jerusalem, Harout Baghamian, und der Leiter der „Armenischen Missionarischen Vereinigung von Amerika“, Zaven Khanjian.