Athos-Mönche lehnen Kompromiss im Namensstreit mit Mazedonien scharf ab

Erklärung der „Hiera Synaxis“ der Äbte der 20 Athos-Klöster spricht von „Trauer und Sorge“ – „Politiker müssen ihre Fehler erkennen und korrigieren“

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Foto: Prof. emeritus Hans Schneider (Geyersberg) (Quelle: Wikimedia; Lizenz: GNU Free Documentation License)

Athen, 03.07.18 (poi) Die Mönche vom Berg Athos lehnen den Kompromiss im Namensstreit um die Republik Mazedonien ab. Bekanntlich hatten sich die Regierungschefs aus Athen und Skopje darauf geeinigt, dass der Staat, der international noch unter FYROM (Former Yugoslav Republic of Macedonia) firmiert, künftig Nord-Mazedonien heißen soll. In einer Erklärung der „Hiera Synaxis“, der die Äbte aller 20 Athos-Klöster angehören, heißt es, die „Heilige Gemeinschaft vom Berg Athos“ habe mit „Trauer und Sorge“ von der Übereinkunft bezüglich des Namens der Nachbarrepublik Skopje (so wird das Nachbarland in der Erklärung durchgängig bezeichnet) gehört. Die griechische Regierung dürfe die „vom Volk abgelehnte“ Übereinkunft der Ministerpräsidenten Alexis Tsipras und Zoran Zaev nicht akzeptieren. Die Mönche vom Athos als „Hüter der spirituellen und kulturellen Tradition“ wiederum könnten nicht akzeptieren, dass einer Sprache und einem Volk die mazedonische Identität zugeschrieben wird, die keine Beziehung zum ursprünglichen griechischen mazedonischen Dialekt und zur griechischen Herkunft der antiken Mazedonier haben. Die Mönche beten darum, dass die Politiker „erleuchtet“ werden, damit sie „ihre Fehler erkennen, sie korrigieren und schlussendlich eine Vereinbarung erreichen, die die Wahrheit respektiert  und die zur Grundlage für Einheit und Frieden zwischen den beiden Völkern wird, die ein und den selben Glauben der orthodoxen Kirche teilen“.

Die Mitglieder der „Hiera Synaxis“ betonen, dass der Athos für die Einheit aller orthodoxen Christen, für die Überwindung der Schismen, für den Frieden und für die Vermeidung der „Entstehung von Zentren des Fanatismus und des religiösen und ethnischen Hasses“  eintritt. Es sei wünschenswert, den langdauernden Streit über den Namen der „Republik Skopje“ zu überwinden und volle Beziehungen wiederherzustellen. Es sei aber nicht zu akzeptieren, dass die Lösung dieses großen nationalen Problems durch „improvisierte, undurchsichtige und übereilte Vorgänge“ gesucht wird. Dies insbesondere, wenn dabei Positionen eingenommen werden, die der akademischen Wahrheit und der historischen Realität in einer Weise widersprechen, „die das nationale Bewusstsein des griechischen Volkes beleidigt“.