Russland: Metropolit Hilarion besucht Patriarch Bartholomaios in Istanbul

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Foto ©: mospat.ru

Metropolit Ilarion (Alfejev), der Leiter des Kirchlichen Außenamts des Moskauer Patriarchats, hat am 19. September 2017 den Ökumenischen Patriarchen Bartholomaios von Konstantinopel besucht. Das Treffen fand an dessen Amtssitz in Istanbul statt. Hilarion überbrachte Bartholomaios die „herzlichen brüderlichen Grüße“ des russischen Patriarchen Kirill und ein Geschenk von ihm. Ausführlich diskutiert wurden verschiedene Fragen zu Förderung der bilateralen Beziehungen zwischen den beiden Patriarchaten sowie „aktuelle Probleme der interorthodoxen Kooperation“.

Metropolit Hilarion überbrachte Bartholomaios zudem eine Einladung von Patriarch Kirill zu einer Reihe von Veranstaltungen in Moskau. Diese finden Anfang Dezember statt und sind dem 100-Jahr-Jubiläum der Oktoberrevolution und dem Beginn der Kirchenverfolgung in Russland gewidmet. Zudem sollen des Landeskonzils 1917 und der damaligne Wiedereinführung des Patriarchenamts gedacht werden. Der Ökumenische Patriarch bedankte sich für die Einladung, nahm sie aber nicht unmittelbar an, da sie noch vom Hl. Synod besprochen werden müsse.

Zuvor hatte Metropolit Hilarion Libanon und Zypern besucht, wo er sich mit verschiedenen staatlichen und religiösen Vertretern zur humanitären Situation syrischer Flüchtlinge austauschte. Dabei verwies er auf das Engagement der Russischen Orthodoxen Kirche (ROK), die im Sommer 2017 zwei Lieferungen von Hilfsgütern nach Syrien organisieren konnte.

Nach einem Aufenthalt in Großbritannien besuchte Hilarion schließlich am 26. September 2017 Papst Franziskus in Rom. Er bedankte sich für die Leihgabe der Reliquien des hl. Nikolaus aus Bari, die in Russland von mehr als einer Million von Gläubigen besucht worden waren. Auch bei diesem Treffen ging es um die Situation im Nahen Osten. Hilarion betonte, dass in Syrien nach dem Ende der Kampfhandlungen eine „riesige Arbeit beim Wiederaufbau zerstörter Kirchen und Klöster sowie bei der Schaffung von Bedingungen für die Rückkehr der Flüchtlinge“ bevorstehe. Er plädierte für eine verstärkte Zusammenarbeit der ROK und der katholischen Kirche in diesem Bereich. Außerdem verwies er auf die Ukraine, wo Gesetzesentwürfe diskutiert würden, die die Religionsfreiheit einschränken würden. Franziskus und Hilarion sprachen zudem über aktuelle internationale Probleme sowie Fragen der konkreten Zusammenarbeit der beiden Kirchen. (mit Material von Kathpress)