45. Jahrestag der türkischen Invasion auf Zypern: Appell von Erzbischof Elpidophoros

Der neue griechisch-orthodoxe Erzbischof von Amerika plädiert für eine „rasche und gerechte Lösung“ des Problems der geteilten Insel

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Foto: © Anna Anichkova (Quelle: Wikimedia; Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported)

Washington, 19.07.19 (poi) Unmittelbar vor dem 45. Jahrestag der türkischen Invasion auf Zypern (20. Juli 1974) hat der neue griechisch-orthodoxe Erzbischof von Amerika, Elpidophoros (Lambriniadis), an die Gläubigen seiner Eparchie appelliert, sich für eine „gerechte Lösung des Zypern-Problems“ einzusetzen. Wörtlich schrieb der Erzbischof in seiner kurzen Enzyklika: „Tun wir mehr als zu beten, um das Andenken der Opfer zu ehren, die in Frieden ruhen. Engagieren wir uns mit den Menschen, die helfen können, ermutigen wir vertrauenswürdige Partner, damit sie Lösungen finden. Als Amerikaner können wir durch unsere Regierung viel tun“. Zypern sei eine „moralische Frage“ für alle, aber noch mehr für die griechisch-orthodoxen Gläubigen auf dem amerikanischen Kontinent, die durch „den gemeinsamen Glauben und das gemeinsame Blut“ mit den Brüdern und Schwestern auf Zypern geeint seien.

Die Invasion der türkischen Armee vor 45 Jahren habe durch die Vertreibung so vieler Einwohner, die zu „Flüchtlingen in der eigenen Heimat“ geworden seien, durch die gewaltsame Teilung der Insel, die bis heute andauert, ein „schreckliches Unrecht“ verschuldet. Man dürfe niemals vergessen, dass die orthodoxe Kirche von Zypern von den Aposteln Paulus, Barnabas und dem Evangelisten Markus begründet worden sei und dass diese Kirche durch das Ökumenische Konzil von Ephesos im Jahr 431 das Statut der Autokephalie erhalten habe. Das Inselvolk der Zyprioten habe in seiner mehrtausendjährigen Geschichte viel gelitten, aber es habe alle Arten von Prüfungen und Heimsuchungen überstanden. Die Gewalt löse nur neuerliche Gewalt aus, erinnerte Erzbischof Elpidophoros, niemals bedeute sie eine Lösung für die menschliche Familie. Die Großmächte und die Nachbarländer müssten mit Zypern verhandeln und sich nicht einmischen, forderte der Erzbischof: „Es sind die Zyprioten allein, die den Frieden herbeiführen können“.

Abschließend appellierte Erzbischof Elpidophoros. „Wir sollen nicht nur als orthodoxe Brüder und Schwestern, sondern auch schlicht und einfach als Menschen für Gerechtigkeit und eine unmittelbare Lösung für Zypern beten. Möge Gott allen Zyprioten eine rasche und gerechte Lösung schenken, Hoffnung und nationale Einheit, die zum Frieden und zum Wohlstand für alle führt“.