50-Jahr-Jubiläum der bulgarisch-orthodoxen Gemeinde in Wien

Festgottesdienst in Anwesenheit von Patriarch Neofit I. – Grußbotschaft von Bundespräsident Van der Bellen: „Bulgarische Gemeinde gibt vielen Menschen geistliche Heimat“

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Foto: © Администрация на Президента на Република България (Quelle: Wikimedia, Lizenz: Creative Commons Attribution 2.5 Generic)

Wien, 10.11.19 (poi) In Anwesenheit des bulgarisch-orthodoxen Patriarchen Neofit I. hat die Wiener bulgarisch-orthodoxe Kirchengemeinde zum Heiligen Iwan von Rila am Sonntag ihr 50-Jahr-Jubiläum begangen. Der Festgottesdienst wurde vom Metropoliten für West- und  Zentraleuropa, Antonij (Mihalev), in Konzelebration mit den beiden Weihbischöfen Tichon (Ivanov) und Polikarp (Petrov) gefeiert. Bundespräsident Alexander Van der Bellen bezeichnete in seiner Grußbotschaft – die vom stellvertretenden Leiter des Kultusamtes, Stephan Leitner, verlesen wurde – die bulgarisch-orthododoxe Gemeinde als „geistliche Heimat“ für viele Menschen. Die – in den vergangenen Jahrzehnten stetig gewachsene – Gemeinde sei  ein „schönes Symbol“ der Verbindung von  Österreich und Bulgarien.  In besonderer Weise würdigte Van der Bellen die Tätigkeit des Wiener bulgarisch-orthodoxen  Erzpriesters und Bischofsvikars Ivan Petkin.

Der Einsatz aller Beteiligten für das Wachstum  in den geistlichen , sozialen und gesellschaftlichen Bereichen habe zur Entwicklung der bulgarisch-orthodoxen Gemeinde in Österreich besonders beigetragen, hieß es in der Botschaft des Bundespräsidenten weiter.  Dies gelte auch für die „hervorragenden Beziehungen zu den anderen Kirchen sowie für die Mitarbeit im Ökumenischen Rat der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ)“. Abschließend dankte Van der Bellen für das „vielfältige Wirken“ der bulgarisch-orthodoxen Kirche in Österreich und wünschte auch für die Zukunft viel Freude und Erfolg. An dem Festgottesdienst in der Wiener bulgarisch-orthodoxen Pfarrkirche nahm u.a.. auch „Pro Oriente“-Präsident Alfons Kloss teil.

Patriarch Neofit dankte Österreich

Patriarch Neofit verlas am Ende der festlichen Liturgie in der Wiener bulgarisch-orthodoxen Gemeinde im 12.  Bezirk eine Grußbotschaft, in der es u.a. hieß: „Österreich ist ein schönes und gastfreundliches Land mit einer traditionell reichen bulgarischen Präsenz, ein Land, das mit unserer Geschichte eng verbunden ist und das unsere Landsleute immer mit Freude aufgenommen hat“.  Die Menschen aus Bulgarien, die aus verschiedenen Gründen nach Österreich gekommen seien, hätten nicht fern der orthodoxen Kirche und ohne den Trost des orthodoxen Glaubens bleiben können, „der keinerlei Grenzen kennt, da er der Glaube der Apostel, der Glaube jedes die Kirche und sein Volk wahrhaft liebenden bulgarischen Herzens ist“. In herzlichen Worten dankte der Patriarch dem für Österreich und Wien zuständigen Metropoliten, Antonij (Mihalev). Der Metropolit setze all seine Kräfte „mit großem Eifer für die Sache Gottes“ ein, für den geistlichen Fortschritt des Volkes Gottes. Aus Anlass der Gedenkfeier übergab der Patriarch seiner Wiener Kirche eine Ikone des Heiligen Iwan von Rila, des „himmlischen Patrons des bulgarischen Volkes“.

Metropolit Antonij formulierte in seiner Ansprache eine Bilanz der letzten 50 Jahre. Die in Österreich lebenden Bulgaren hätten sich vor rund 50 Jahren  allmählich in Wien zu Gottesdienst und Gebet versammelt, in ihren Herzen sei der Wunsch entstanden, eine eigene Kirche zu haben, wo der Gottesdienst regelmäßig stattfinden kann. Im Jahr 1993 habe der damalige bulgarische Botschafter Alexander Karaminkov ein kleines Gebäude in einer Wohnhausanlage der Botschaft zur Verfügung gestellt. Die Kirchengemeinde habe sich jedoch damit noch nicht zufrieden gestellt. Am 24. Juni 2017 sei dann die heutige neue Kirche geweiht worden.

50 Jahre seien keine kurze Zeit, unterstrich der Metropolit. Er betonte die Dankbarkeit an Patriarch Neofit, aber ebenso an Pfarrer Ivan Petkin und die ganze Wiener Gemeinde, die sich „immer mit solchem Eifer für die Ehre Jesu Christi und seiner Kirche einsetzt“. Metropolit Antonij brachte seinen Wunsch zum Ausdruck, dass Klerus und Laien in „jener Liebe verbleiben, die nach den Worten des Apostels Paulus das ‚Band der Vollkommenheit‘ ist“.