Alexandrien: Annäherung zwischen griechisch-orthodoxem und koptisch-orthodoxem Patriarchat

Tawadros II. besuchte Theodor II.: „Wir sind eine Kirche, deren Haupt Jesus Christus ist“

0
347
Foto ©: Υπουργείο Εξωτερικών (Quelle: Wikimedia, Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 2.0 Generic)

Kairo, 21.01.20 (poi) Annäherung zwischen den beiden Patriarchaten von Alexandrien, dem griechisch-orthodoxen und dem koptisch-orthodoxen: Der griechisch-orthodoxe Patriarch Theodor II. besuchte seinen gleichnamigen koptisch-orthodoxen Amtsbruder Tawadros II. am 20. Jänner an dessen Amtssitz in Alexandrien, um zum Epiphanie-Fest zu gratulieren, das nach Julianischem Kalender am 19. Jänner begangen wurde. Dabei betonte Theodor II.: „Unsere beiden Kirchen sind eine Kirche, deren Haupt Jesus Christus ist“. Griechenland und Ägypten setzten sich beide für Frieden in Libyen ein, betonte Theodor II., er sei sich bewusst, dass sein koptischer Amtsbruder ständig für das Nachbarland bete, in dem es koptische Gemeinden gebe und „dessen Erde vom Blut der Märtyrer der koptischen Kirche getränkt ist“. Dieses Blut schreie nach „Freiheit und Frieden“.

Patriarch Tawadros II. betonte seinerseits, dass er jedesmal, wenn er mit Theodor II. zusammentreffe, „innere Freude“ verspüre: Die Gegenwart und die Worte des griechisch-orthodoxen Patriarchen erfüllten ihn mit „glücklichen Gefühlen“. Er bewundere den Dienst des griechisch-orthodoxen alexandrinischen Patriarchen in allen afrikanischen Ländern, vor allem den Einsatz im Bereich von Bildung und Gesundheit und in der Hilfe für Not Leidende aller Art. Wörtlich sagte Tawadros II.: „Wir haben den selben Namen (Tawadros bedeutet Theodor, Anm. d. Red.), wir arbeiten im selben Bereich, wir sind beide Kinder des Heiligen Markus des Evangelisten“.

Die Spaltung des Patriarchats von Alexandrien erfolgte nach dem 4. Ökumenischen Konzil, das im Jahr 451 in Chalcedon abgehalten wurde. Zentrales Thema des Konzils war das Verhältnis von göttlicher und menschlicher Natur in Christus, der „wahrhaft Gott und wahrhaft Mensch“ ist. Die theologischen Auseinandersetzungen über diese Frage wirkten viele Jahrhunderte nach. Erst in den letzten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts wurde erkannt, dass sowohl die römische Reichskirche (zu der damals auch die katholische Kirche gehörte) als auch die orientalisch-orthodoxen Kirchen im Glauben übereinstimmen, auch wenn sie ihn unterschiedlich zum Ausdruck gebracht haben.