Als die serbische Flagge über dem Weißen Haus wehte

Feiern zum 100. Jahrestag des für den 28. Juli 1918 vom damaligen US-Präsidenten Woodrow Wilson proklamierten „Tages des Gebets für Serbien“

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Foto: © (Quelle: Wikimedia; Lizenz: public domain und United States public domain)

Washington, 15.07.18 (poi) Ein politisch wie zeithistorisch bedeutsames Ereignis findet Ende Juli in Washington statt: Die serbisch-orthodoxen Eparchien in den USA gedenken des 100. Jahrestages des vom damaligen US-Präsidenten Woodrow Wilson für den 28. Juli 1918 proklamierten „Tages des Gebets für Serbien“. An jenem Tag wehte die serbische Flagge über dem Weißen Haus, überall in den Vereinigten Staaten läuteten die Kirchenglocken zu Ehren der serbischen Opfer der brutalen Kriegführung der Mittelmächte auf dem Balkan. Unter der Patronanz des serbisch-orthodoxen Bischofs für die östlichen US-Bundesstaaten, Irinej (Dobrijevic), findet das Gedenken mit dem Titel „Der große Krieg 1914-18. Das Königreich Serbien, die Vereinigten Staaten und die serbische Diaspora in Amerika“ von 25. bis 29. Juli in Washington statt. Dabei wird auch der vielen jungen US-Serben gedacht, die im Ersten Weltkrieg die amerikanische Heimat verließen, um sich der serbischen Armee in derem verzweifelten Kampf gegen die Übermacht der Österreicher, Ungarn, Deutschen und Bulgaren anzuschließen; ebenso werden der alliierte Durchbruch an der Saloniki-Front im September 1918 und das Ende des Ersten Weltkriegs thematisiert.

Das Gedenken beginnt am 25. Juli mit einem von Bischof Irinej geleiteten Gebet auf dem Kapitol. Daran schließt sich ein Empfang, der von der Kirche und dem Serbian American Congressional Caucus gemeinsam getragen wird. Am 26. Juli gibt es im National Press Club ein wissenschaftliches Symposion, das sich der Rolle der serbischen Kirche und des serbischen Volkes im Ersten Weltkrieg widmen wird, wobei auch Parallelen zu heutigen Situationen gezogen werden sollen. Auch das State Department soll höchstrangig vertreten sein. Am 27. Juli ist ein umfangreiches serbisches Kulturprogramm vorgesehen. Am eigentlichen Gedenktag, dem 28. Juli, wird in der orthodoxen Nikolauskathedrale in Washington (die der Orthodox Church in America/OCA untersteht, eine Kirche, deren Autokephalie derzeit nur vom Moskauer Patriarchat anerkannt wird) eine panorthodoxe Göttliche Liturgie gefeiert. Bei einem Bankett im National Press Club soll dann die vor 100 Jahren so intensive serbisch-amerikanische Freundschaft beschworen werden.