Apostolischer Exarch für die in Italien lebenden griechisch-katholischen Ukrainer bestimmt

Der aus Brasilien gebürtige Bischof Dionisio Lachovicz wurde mit dieser Aufgabe betraut - In Italien leben rund 70.000 ukrainische Katholiken des byzantinischen Ritus

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Foto: © Johannes Müller (Quelle: Wikimedia; Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported)

Vatikanstadt-Rom, 04.11.20 (poi) Papst Franziskus hat Bischof Dionisio Lachovicz zum Apostolischen Exarchen für die ukrainischen griechisch-katholischen Gläubigen in Italien ernannt. Das Exarchat war im Juli des Vorjahrs errichtet worden, zum Administrator dieses Exarchats wurde zunächst Kardinal Angelo De Donatis, der Kardinal-Vikar für die Diözese Rom, ernannt. Mit der Ernennung von Bischof Lachovicz hat die ukrainische Seelsorge in Italien jetzt eine stabile Form erhalten. Die Zahl der ukrainischen griechisch-katholischen Gläubigen in Italien wird mit rund 70.000 angegeben, es gibt 145 Gemeinden, 62 Priester sind in der Seelsorge im Einsatz. Kathedrale des Exarchats ist die Kirche Santi Sergio e Bacco in Rom. Die Migrationsbewegung der ukrainischen Katholiken nach Italien hatte Ende des 20. Jahrhunderts stark zugenommen. Die Seelsorge wurde zunächst vom „Servizio Migrantes“ der Italienischen Bischofskonferenz (CEI) organisiert, die Verantwortung für die einzelnen ukrainischen griechisch-katholischen Gemeinden trug der jeweils örtlich zuständige Bischof des lateinischen Ritus. Im Jänner 2009 wurde der jetzt zum Apostolischen Exarchen erhobene Bischof Lachovicz zum Apostolischen Visitator für die ukrainischen griechisch-katholischen Gläubigen in Italien und Spanien bestimmt.

Dionisio Lachovicz stammt aus Brasilien, er wurde 1946 als Kind einer Familie mit ukrainischen Wurzeln im brasilianischen Bundesstaat Santa Catarina geboren. Er trat in jungen Jahren in den Basilianerorden ein, am 8. Dezember 1972 wurde er zum Priester geweiht. Nach weiteren Studien an der römischen Gregoriana und an Sant’Anselmo war Lachovicz in Brasilian im pastoralen und akademischen Bereich tätig, acht Jahre war er Regens des Seminars in Curitiba. 1991 kam er in die Ukraine, um die philosophischen und theologischen Studiengänge des Basilianerordens nach den Jahren der kommunistischen Unterdrückung wieder aufzubauen. Im Dezember 2005 wurde er zum Auxiliarbischof für die griechisch-katholische Erzeparchie von Kiew und Halytsch bestimmt, die Bischofsweihe erfolgte im Februar 2006 im brasilianischen Prudentopolis.