Aramäer in Deutschland erinnern an das „ungewisse Schicksal“ der beiden entführten Aleppiner Metropoliten

Appell an die deutsche Bundesregierung aus Anlass des Internationalen Tags der Menschenrechte – „Beziehungen mit Vertretern der syrischen Opposition mit Nachdruck für Freilassung von Mor Gregorios Youhanna Ibrahim und Boulos Yazigi einsetzen“

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Berlin, 10.12.19 (poi) Der „Bundesverband der Aramäer in Deutschland“ hat am 10. Dezember – dem Internationalen Tag der Menschenrechte –  erneut auf das ungewisse Schicksal der beiden Aleppiner Metropoliten Mor Gregorios Youhanna Ibrahim​ und Boulos Yazigi aufmerksam gemacht. Die beiden Bischöfe waren am 22. April 2013 auf einer humanitären Mission von Unbekannten überfallen und verschleppt worden. Alle Bemühungen zur Freilassung der beiden Metropoliten blieben bisher erfolglos.

Vor fünf Jahren, am 10. Dezember 2014, wurden die beiden Bischöfe in Abwesenheit mit dem Menschenrechtspreis der Stadt Weimar ausgezeichnet. Beide Bischöfe gelten als Verfechter der friedlichen Koexistenz von Religionsgemeinschaften und Volksgruppen in Syrien. Mor Gregorios Youhanna Ibrahim hatte im Juli 2012 eine „Roadmap für den Frieden in Syrien“ veröffentlicht. Darin rief er zu Versöhnung, Vergebung, Dialog auf, um einen Weg zur Beendigung der Gewalt sowie der Bewahrung des einmaligen pluralistischen Gefüges der syrischen Gesellschaft und der nationalen Einheit Syriens aufzuzeigen.

Der Vorsitzende des „Bundesverbands der Aramäer in Deutschland​“, Daniyel Demir​, erklärte am Dienstag: „Für die Christen in Syrien und die ganze aramäische Gemeinschaft war die Verleihung des Weimarer Menschenrechtspreises an die entführten Metropoliten – mit denen die gesamte Christenheit Syriens in Geiselhaft geraten ist – ein Zeichen der Solidarität und Ermutigung, gleichzeitig ein Appell an Gesellschaft, Medien und Politik in der Bundesrepublik Deutschland, das Schicksal und unsägliche Leid der Christen in Syrien und im Irak nicht auszublenden“.

Der „Bundesverband der Aramäer in Deutschland“ forderte die Berliner Regierung am Dienstag erneut auf, ernsthafte Anstrengungen zur Aufklärung der Entführung anzustellen und den politischen Druck auf den „Syrischen Nationalrat (SNC)“ und dessen Unterstützer in der Türkei, Katar und Saudiarabien deutlich zu erhöhen. Das deutsche Außenministerium sei in der Pflicht, die direkten Beziehungen mit Vertretern der syrischen Opposition, „die wiederholt Aussagen über den Aufenthaltsort und Zustand der entführten Bischöfe sowie die Identität der Entführer getätigt haben“, mit Nachdruck für eine Freilassung der beiden Metropoliten einzusetzen. Es bestehe eine „klare Mitverantwortung“.