Auch Orthodoxie kann Beiträge zum katholischen Synodalen Prozess liefern

PRO ORIENTE-Kommission für den orthodox-katholischen Dialog tagte in Wien

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Foto: © Bwag/Wikimedia (Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported)

Wien, 12.11.21 (poi) Auch die Orthodoxie kann wesentliche Beiträge zum derzeit in der Katholischen Kirche laufenden Synodalen Prozess leisten. Das war ein Grundgedanke der jüngsten Tagung der PRO ORIENTE-Kommission für den orthodox-katholischen Dialog („PRO ORIENTE-Steering Commitee for Orthodox-Catholic Dialogue“), die dieser Tage in Wien tagte. Beim Synodalen Prozess müsse auch die ökumenische Dimension mitbedacht werden, so der Tenor.

Die Kommission ist eine Einrichtung von PRO ORIENTE, die den inoffiziellen Dialog fördern soll. Sie wurde 2018 gegründet und versammelt jährlich 16 katholische und orthodoxe Theologinnen und Theologen aus verschiedenen Ländern, die gemeinsame Initiativen zur weiteren Vertiefung der ökumenischen Zusammenarbeit beraten und beschließen.

In Wien wurde über drei laufende Projekte beraten. Die Arbeitsgruppe „Healing of Memories“ beschäftigt sich mit Blick auf den Nahen Osten, den Balkan und Osteuropa mit besonders sensiblen historischen Fragen des Verhältnisses zwischen Orthodoxen und Katholiken. Die Arbeitsgruppe „Dialoge verbinden“ plant eine Online-Datenbank in verschiedenen Sprachen, in der alle relevanten Dokumente der verschiedenen katholisch-orthodoxen Dialoge enthalten sein sollen. Eine dritte Arbeitsgruppe („Rezeption und Inspiration“) erarbeitet schließlich Vorschläge, wie die Rezeption von ökumenischen Dokumenten, insbesondere mit Blick auf die jüngere Generation von theologisch Interessierten, fruchtbarer erfolgen kann.

Im Rahmen der Tagung der Kommission fand auch eine öffentliche Diskussionsveranstaltung statt, die der Studie „Das Verhältnis von Primat und Synodalität neu denken“ des „St.-Irenäus-Arbeitskreises“ gewidmet war. (Siehe PRO ORIENTE-Informationsdienst vom 5. November)

Wiewohl es sich bei der Kommission um keine „offizielle“ Einrichtung der Kirchen handelt, wird ihr durchaus auch kirchlicherseits einige Bedeutung zugemessen. Das zeigt sich u.a. daran, dass in der Person von P. Hyacinthe Destivelle auch der Päpstliche Rat zur Förderung der Einheit der Christen prominent vertreten ist.