Bartholomaios I.: „Es gibt einen ‚religiösen Revival‘“

Ökumenischer Patriarch bedauert bei internationaler Konferenz der Athener Capodistrias-Universität Missbrauch des Internets zur Verbreitung von „Hass und Fanatismus“

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Foto: © Massimo Finizio (Quelle: Wikimedia; Lizenz: Creative Commons Attribution 3.0 Unported)

Athen, 10.12.20 (poi) Der Ökumenische Patriarch Bartholomaios I. ist überzeugt, dass es derzeit einen „religiösen Revival“ gibt. Es gebe eine „dynamische spirituelle Bewegung“, sagte Bartholomaios I. bei der 2. Internationalen Konferenz über „Religiöse Diplomatie“ der Athener Capodistrias-Universität. Die Konferenz wurde coronabedingt als Videokonferenz abgehalten. Der Ökumenische Patriarch stellte fest, dass Religion „nicht beiseitegeschoben“ werden könne. Als Verirrung bezeichnete es der Patriarch, wenn Religion als angebliche Begründung für Gewaltausbrücke missbraucht“ werde. Religionen sollten vielmehr als Instrumente des Miteinanders und der Zusammenarbeit wirksam sein. Der Weg dazu sei der interreligiöse Dialog.

Das Ziel der Religion sei es, den Frieden Gottes auf die Erde zu bringen und zugleich jede Gewalt zurückzuweisen, die Nebenprodukt einer morbiden angeblichen Religiosität sei. Die Herausforderung von heute sei es, eine „Kultur der Solidarität“ zu schaffen, einer „Solidarität, die sich auf die christliche Brüderlichkeit bezieht“ und das „Banner der heutigen Zeit sein muss.

Bartholomaios I. betonte die Bedeutung des interreligiösen Dialogs. Wer diesen Dialog abbrechen wolle, diene „dunklen Zielen“. Zugleich bedauerte der Patriarch, dass das Internet oft zur Verbreitung von „Hass und Fanatismus“ missbraucht werde.