Begräbnis des serbischen Patriarchen Irinej am Sonntag

Beisetzung erfolgt in der Krypta der neuen St. Sava-Kathedrale – Kondolenzschreiben aus aller Welt zum Tod des Oberhaupts der serbisch-orthodoxen Kirche

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Foto: © Predrag Bubalo (Quelle: Wikimedia, Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 2.0 Generic)

Belgrad, 21.11.20 (poI) Der verstorbene Belgrader Patriarch Irinej wird am Sonntag, 22. November, in der Krypta der neuen Kathedrale St. Sava auf dem Vracar-Hügel in Belgrad beigesetzt werden. Die sterbliche Hülle des Patriarchen wurde am Samstag zunächst in die Erzengel-Michael-Kathedrale in Belgrad gebracht, wo am Vormittag die Göttliche Liturgie (am Festtag der Kathedrale) gefeiert wurde. Anschließend wurde die sterbliche Hülle in die St. Sava-Kathedrale überführt, wo die Gläubigen seither Gelegenheit hatten, von dem verstorbenen Patriarchen Abschied zu nehmen. Am Sonntag wird die Feier der Göttlichen Liturgie in St. Sava um 9 Uhr beginnen, nach der Liturgie findet die feierliche Beisetzung der sterblichen Hülle des Patriarchen in der Krypta von St. Sava statt.

Der Heilige Synod der serbisch-orthodoxen Kirche hat gemäß Artikel 62 des Kirchenstatuts die patriarchale Verantwortung übernommen, den Vorsitz hat bis zur Wahl des neuen Patriarchen der Metropolit von Sarajevo, Hrizostom(Jevic), inne. Zum Administrator der patriarchalen Erzeparchie von Belgrad und Karlovci wurde der Bischof der Sumadija, Jovan (Mladenovic), bestimmt.

Mittlerweile treffen in Belgrad Kondolenzschreiben aus der ganzen christlichen Welt und darüberhinaus ein. Der Päpstliche Rat für die Einheit der Christen teilte mit, man habe „mit großer Trauer“ vom Tod des Patriarchen erfahren. Während seines ganzen Dienstes sei Patriarch Irinej ein Beispiel „des Glaubens und des Dialogs, aber auch der totalen Hingabe an Gott“ gewesen. Kardinal Kurt Koch, der Präsident des Päpstlichen Rates für die Einheit der Christen, habe in seinem Kondolenzschreiben an Metropolit Hrizostom, den Locum tenens des Patriarchats, seine Dankbarkeit für die Begegnungen mit dem Patriarchen und dessen brüderliche Gastfreundschaft zum Ausdruck gebracht.

In Moskau sagte der stellvertretende Leiter des kirchlichen Außenamts, Erzpriester Nikolaj Balaschow, die russisch-orthodoxe Kirche gedenke des verstorbenen serbischen Patriarchen als „eines guten Freundes“ und einer außerordentlichen Persönlichkeit, die „gleichzeitig großzügig und einfach“ war. Patriarch Irinej sei eine „in sich ruhende Persönlichkeit“ gewesen, er habe „wahre Größe und schlichte Einfachheit“ bewiesen und sei dabei immer er selbst geblieben. Patriarch Irinej habe die russische Kirche und Russland geliebt, zugleich habe er die Einheit der serbischen Kirche bewahrt und sei in großer Sorge um die Einheit der „weltweiten orthodoxen Familie“ gewesen. Der Patriarch sei traurig über die Differenzen in der orthodoxen Familie gewesen und sei zugleich immer den „Traditionen der Kirche und dem kanonischen Kirchensystem“ verpflichtet geblieben.

Als erster der orthodoxen Patriarchen brachte der rumänisch-orthodoxe Patriarch Daniel seine tiefe Trauer über den Heimgang seines serbischen Amtsbruders zum Ausdruck. Patriarch Irinej sei eine verehrungswürdige Persönlichkeit der heutigen Orthodoxie gewesen, schrieb er in seiner Kondolenzbotschaft an den Heiligen Synod der serbisch-orthodoxen Kirche.

Besondere Aufmerksamkeit löste die Kondolenzbotschaft der ukrainisch-orthodoxen Kirche in den USA aus. Sie trug die Unterschrift von Metropolit Antony (Scharba), zwei Bischöfe der ukrainisch-orthodoxen Kirche in Nordamerika – Erzbischof Daniel (Zelinskyj) und Bischof Hilarion (Rudnyk) – waren im Herbst 2018 von Patriarch Bartholomaios I. als seine Exarchen in die Ukraine entsandt worden, um die Gründung der neuen „Orthodoxen Kirche der Ukraine“ vorzubereiten, ein Schritt, der von Patriarch Irinej zeitleben schärfstens verurteilt wurde. Die Stimme des Patriarchen habe – „wie die Stimme des Heiligen Sava“ – niemals aufgehört, die Botschaft des Evangeliums in einem durch das Zeugnis so vieler Heiliger bereicherten Landes zu verkünden, hieß es in der Kondolenzbotschaft von Metropolit Antony.

 

Belgrad: Beisetzung des verstorbenen Patriarchen Irinej in der Krypta der neuen St. Sava-Kathedrale

Bei der Göttlichen Liturgie war der Leiter des Außenamts des Moskauer Patriarchats, Metropolit Hilarion, einer der Konzelebranten – Die Predigt hielt Bischof Irinej von Novi Sad

Belgrad, 22.11.20 (poi) Der Leib des verstorbenen serbisch-orthodoxen Patriarchen Irinej wurde am Sonntag in der Krypta der noch nicht offiziell eröffneten und geweihten St. Sava-Kathedrale auf dem Vracar in Belgrad beigesetzt. Zuvor war in der Kathedrale die Göttliche Liturgie zelebriert worden. Hauptzelebrant war der Locum tenens des Patriarchats, Metropolit Hrizostom (Jevic) von Sarajevo, Konzelebranten waren u.a. der Leiter des Außenamts des Moskauer Patriarchats, Metropolit Hilarion (Alfejew), und der Kanzler der ukrainisch-orthodoxen Kirche, Metropolit Antonij (Pakanitsch) von Borispol sowie zahlreiche serbisch-orthodoxe Bischöfe aus allen jugoslawischen Nachfolgestaaten. Die Predigt hielt Bischof Irinej (Bulovic) von Novi Sad (er war bei der Patriarchenwahl 2010 einer der beiden Alternativkandidaten gewesen). Bei der Göttlichen Liturgie und der Beisetzung waren die Spitzenpersönlichkeiten des serbischen politischen Lebens sowie der örtlichen Ökumene anwesend.

Am Samstag war die sterbliche Hülle des verstorbenen Patriarchen zunächst in der Belgrader Michaelskathedrale aufgebahrt worden. An einer „Panichida“ (Gedenkfeier für die Seelenruhe), die vom Locum tenens, Metropolit Hrizostom, geleitet wurde, nahmen innerhalb und außerhalb der Kathedrale mit vielen Bischöfen zahlreiche Orthodoxe aus allen Teilen des Landes teil. Später wurde der Leib des Verstorbenen in die St. Sava-Kathedrale überführt.