Belgrad: Gedenken an Patriarch Irinej

Patriarch Irinej vor einem Jahr verstorben - Sein Nachfolger Porfirije ruft bei Gedenkgottesdienst angesichts großer gesellschaftlicher Herausforderungen zu mehr gegenseitigem Verständnis auf

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Foto: © Orjen (Quelle: Wikimedia; Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported)

Belgrad, 23.11.21 (poi) Vor einem Jahr, am 20. November 2020, ist der serbisch-orthodoxe Patriarch Irinej verstorben. Am Jahrestag seines Todes stand sein Nachfolger Patriarch Porfirije in der Krypta der Belgrader Sava-Kathedrale einem Gedenkgottesdienst vor. Aus Österreich war dazu der serbisch-orthodoxe Bischof Andrej (Cilerdzic) in die serbische Hauptstadt gereist.

Patriarch Porfirije unterstrich in seiner Predigt, dass sein Vorgänger zugleich tief in Christus und in seinem Volk verwurzelt gewesen sei. „Er war eins mit seinem Volk, wie er eins mit Christus war“, so der Patriarch wörtlich. Porfirije erinnerte an die „Einfachheit, Spontaneität, Unmittelbarkeit und Offenherzigkeit“ des verstorbenen Kirchenoberhaupts. Irinej habe in gleicher Weise Zugang zu Staatsoberhäuptern wie auch zu einfachen Menschen gehabt. Allen habe er seine volle Aufmerksamkeit und sein Verständnis geschenkt. In Anlehnung an Patriarch Irinej plädierte Porfirije angesichts der großen gesellschaftlichen Herausforderungen für mehr gegenseitiges Verständnis, Offenheit füreinander und auch für die Bereitschaft, einander zu vergeben. 

Patriarch Irinej I. war am 20. November 2020 im Alter von 90 Jahren in einem Militärkrankenhaus in Belgrad an den Folgen einer Corona-Infektion gestorben. Er war zuvor knapp drei Wochen in dem Krankenhaus behandelt worden.

Irinej I. war der 45. „Patriarch der Serben“. Er wurde im Jänner 2010 Nachfolger des 95-jährig verstorbenen Pavle I. (1990-2009) und wurde dem reformorientierten Flügel zugerechnet. Mit dem bürgerlichen Namen Miroslav Gavrilovic wurde Irinej am 28. August 1930 im westserbischen Dorf Vidova geboren. Er besuchte das Seminar und die theologische Schule in Prizren/Kosovo. Anschließend studierte er in Belgrad Theologie. In den 1960er und 1970er-Jahren lehrte er als Professor in Prizren; zwischenzeitlich wurde er nach Studien in Athen zum Leiter der Mönchsschule im Kloster Ostrog in Montenegro ernannt. 1974 erfolgte die Ernennung zum Bischof von Moravica, 1975 zum Bischof von Nis.

Zu Irinejs Nachfolger an der Spitze der Serbisch-orthodoxen Kirche wurde am 18. Februar 2021 der bisherige Metropolit von Zagreb und Ljubljana Porfirije (Peric) gewählt.