Berg-Karabach-Konflikt: Georgischer Patriarch schaltet sich ein

„Tiefe Sorge“ über den militärischen Konflikt in der unmittelbaren Nachbarschaft Georgiens, der so viele „zivile Opfer“ fordert

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Foto: © Patriarch_ILIA_II_of_Georgia.jpg (Quelle: Wikimedia; Lizenz: Creative Commons Attribution 2.0 Generic)

Tiflis-Moskau, 09.10.20 (poi) Der georgisch-orthodoxe Katholikos-Patriarch Ilia II. hat sich in die Bemühungen um Frieden zwischen Azerbaidschan und Armenien eingeschaltet. Er traf am Donnerstag mit dem neuernannten azerbaidschanischen Botschafter in Tiflis, Faig Gulijew, zusammen. Bei der Begegnung brachte der greise Patriarch seine tiefe Sorge wegen der Kämpfe um Berg-Karabach (Artsach) zum Ausdruck. In einem kurzen öffentlichen Statement stellte Ilia II. fest: „Es gibt nichts Kostbareres als die Wahrheit. Wir sollten sie suchen. Der Weg zur Wahrheit ist ein  Stufenprozess. Wenn es Gottes Wille ist, wird das durch friedliche Methoden geschehen“.

Tags zuvor hatte der Katholikos-Patriarch den armenischen Botschafter in Tiflis, Ruben Sadoyan, empfangen. Das Treffen fand auf Initiative des Botschafters statt, der die dramatische Situation in Artsach darlegte. Nach Mitteilung des Patriarchats brachte Ilia II. seinen tiefen Schmerz über die zivilen Opfer der militärischen Auseinandersetzungen zum Ausdruck und versicherte, dass er für eine rasche Lösung des Konflikts durch friedliche Mittel bete.

Wie inzwischen bekannt wurde, hat das russische Außenministerium den armenischen und den azerbaidschanischen Außenminister nach Moskau eingeladen, damit ein Dialog zur Beendigung der Feindseligkeiten um Artsach in Gang kommt. Beide Minister ließen erklären, dass sie am Wochenende nach Moskau fahren werden.