Chaldäischer Patriarch begrüßt neuen irakischen Präsidenten Salih

„Aufbau eines starken Staates auf solider Basis notwendig“ – Der aus Kurdistan kommende neue Staatschef pflegt gute Beziehungen mit der chaldäisch-katholischen Kirche

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Foto: © Robert D. Ward, http://www.defenselink.mil/photos/NewsPhoto.aspx?NewsPhotoID=8404 (Quelle: Wikimedia; Lizenz: U.S. military or Department of Defense/ public domain in the United States)

Bagdad, 04.10.18 (poi) Den Aufbau eines starken Staates auf solider Basis, „der imstande ist, die zahlreichen aktuellen Herausforderungen zu bewältigen und den Erwartungen der irakischen Bürger im Hinblick auf öffentliche Dienstleistungen und Arbeitsplätze zu entsprechen“, hat der chaldäisch-katholische Patriarch, Kardinal Mar Louis Raphael Sako, dem neugewählten irakischen Präsidenten Barham Salih ans Herz gelegt. Salih gehört der „Patriotischen Union Kurdistans“ an und wurde am 2. Oktober im Parlament in Bagdad mit großer Mehrheit gewählt ( 219 Ja- und nur 22 Nein-Stimmen). Nach seiner Wahl hat der neue Präsident den schiitischen Politiker (und früheren Innenminister) Adel Abd-ul-Mahdi sofort mit der Regierungsbildung betraut. Dies entspricht der vom chaldäischen Kardinal-Patriarchen als Vorbedingung einer „wahren Versöhnung“ im Zweistromland bezeichneten „Überwindung von Kontroversen und Spannungen“.

Der 58-jährige Salih gilt als „gemäßigt“, er war Ministerpräsident der autonomen kurdischen Region und Mitglied der Interimsregierung nach dem Sturz von Saddam Hussein nach dem Einmarsch der US-Amerikaner und ihrer Verbündeten.

Auch der chaldäische Auxiliarbischof Basilio Yaldo – der als „rechte Hand“ des Kardinal-Patriarchen gilt – begrüßte die Wahl von Salih als „Zeichen der Hoffnung“, es handle sich beim neugewählten Präsidenten um einen erfahrenen, fähigen und ausgeglichenen Politiker. Im Gespräch mit der katholischen Nachrichtenagentur „AsiaNews“ bezeichnete Yaldo den neuen Präsidenten als einen „Garanten der Einheit“, das sei ein fundamentales Element für den Wiederaufbau des Landes. Salih vertrete das Konzept der Bürgerschaft auf der Basis der Gleichberechtigung – „und nicht der religiösen oder ethnischen Zugehörigkeit“ – als Grundlage der irakischen Gesellschaft.

Präsident Salih pflege sehr gute Beziehungen mit der chaldäisch-katholischen Kirche und insbesondere mit Mar Louis Raphael Sako, betonte der Auxiliarbischof.