Chaldäisches Patriarchat warnt vor Missbrauch des Internets

„Social media“ würden eingesetzt, um Konflikte innerhalb der kirchlichen Gemeinschaft zu schüren und Ideen zu verbreiten, die dem geistlichen Leben der Gläubigen schaden

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Foto: © Photo: Harland Quarrington/MOD (Quelle: WIkimedia; Lizenz: Open Government Licence v1.0)

Bagdad, 27.09.18 (poi) Auch das chaldäische Patriarchat warnt – wie zuvor andere ostkirchliche Patriarchate – vor Missbrauch des Internets. Es bestehe die Gefahr, dass die „social media“ als Mittel eingesetzt werden, um Polemiken und Konflikte innerhalb der kirchlichen Gemeinschaft zu schüren und Ideen zu verbreiten, „die dem geistlichen Leben der Gläubigen schaden“, heißt es laut katholischer Nachrichtenagentur „Fides“ in der Erklärung des Patriarchats. Scharf werden vom Patriarchat „selbsternannte Kommentatoren“ zurückgewiesen, die versuchen, „neue moralische Regeln“ aufzustellen und sich Kompetenzen anmaßen, „die dem Papst und den Bischöfen zukommen“. Sehr oft handle es sich dabei um Menschen, die in anderen Ländern leben und die realen Entwicklungen im Irak und im ganzen Nahen Osten nicht kennen. Generell gebe es eine Tendenz, dass sich im Internet viele mit religiösen Themen befassen, die mit dem kirchlichen Leben nicht verbunden sind und nicht über das notwendige Wissen verfügen.

Das chaldäische Patriarchat will die Gläubigen angesichts des weit verbreiteten Phänomens irreführender und manipulativer Internet-Veröffentlichungen zu Fragen des Lebens der Kirche „beruhigen“. Wenn die Anstandsgrenze überschritten werde, könne man aber auf rechtliche und administrative Schritte zurückzugreifen, um diffamierende Aussagen zu verfolgen.

Der Missbrauch des Internets zur Manipulation kirchlicher Inhalte ist ein Phänomen, mit dem sich die Kirchen auf der ganzen Welt konfrontiert sehen und das in jüngster Zeit den Kirchen im Osten besondere Sorge bereitet. In den vergangenen Monaten hatten sich bereits die koptisch-orthodoxe Kirche und die maronitische Kirche dazu geäußert.