Christen in Österreich „teilen Schmerz und Trauer der Armenier“

Erklärung des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich - Kein „Konflikt der Religionen“

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Foto: © Bwag (Quelle: Wikimedia, Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Austria)

Wien, 19.11.20 (örkö) Die Christen in Österreich teilen den Schmerz und die Trauer der armenischen christlichen Geschwister im Hinblick auf Berg-Karabach, betonte der Vorstand des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ) in einer am Donnerstag veröffentlichen Erklärung. Wörtlich heißt es in der ÖRKÖ-Erklärung: „Die Christen in Österreich sind dankbar, dass in der Auseinandersetzung um Berg-Karabach (Artsach) die Waffen schweigen. Aber sie beklagen das Leid der Zivilbevölkerung, die wie in allen neuzeitlichen Kriegen am meisten betroffen ist. Sie fühlen mit den armenischen christlichen Geschwistern den Schmerz und die Trauer. Sie verstehen die Sorge der armenischen Menschen gerade auf dem Hintergrund des Völkermords ab 1915 in den letzten Jahren des Osmanischen Reiches.
Die Kirchen in Österreich beten um Versöhnung. Sie beten darum, dass in Zukunft Armenier und Azerbaidschaner in Frieden nebeneinander und miteinander leben können. Sie hoffen, dass die Vertriebenen wieder in ihre Wohngebiete zurückkehren können.
In Berg-Karabach geht es nicht um einen ‚Konflikt der Religionen‘, sondern um eine Auseinandersetzung, die ethnische Wurzeln hat, aber auch von verschiedenen Mächten aus ‚geopolitischen‘ Erwägungen angeheizt wird.
Der Vorstand des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich schließt sich der Erklärung des Weltkirchenrats an, in dem energisch die Respektierung der Heiligen Stätten und des kulturellen Erbes von Berg-Karabach/Artsach eingefordert wird, aber auch die Beteiligung der internationalen Gemeinschaft, damit alle Flüchtlinge und Vertriebenen in Sicherheit und Würde zurückkehren können. Mit dem Weltkirchenrat unterstützt auch der Ökumenische Rat der Kirchen in Österreich den Dienst und das Zeugnis der Kirchen der Region; das Gebet gilt den kirchenleitenden Persönlichkeiten, damit sie mit Stärke und Weisheit ihre Gläubigen durch die Krise führen.
Der Ökumenische Rat der Kirchen in Österreich unterstützt aber auch die Hilfsaktion ‘#gibHoffnung‘ der Salzburger Armenologin Jasmin Dum-Tragut. Der Fokus dieser Hilfsaktion liegt auf der Diözese Tavusch im Osten Armeniens, in unmittelbarer Nähe zum Kriegsgebiet in Berg-Karabach. Ziel der Aktion ist es, Flüchtlingsfamilien und Familien von gefallenen armenischen Soldaten mit Nahrungsmittelpaketen, Kleidung, der Finanzierung von Notunterkünften und Heizmaterial für den anstehenden Winter zu helfen. Jasmin Dum-Tragut, die führende Armenologin Österreichs, Leiterin des Salzburger universitären ‚Zentrums zur Erforschung des Christlichen Ostens‘ (ZECO), war zufällig ab Beginn der kriegerischen Auseinandersetzungen ab 27. September in Armenien und hat die Folgen unmittelbar miterlebt“.