Dialogkommission von katholischer und assyrischer Kirche tagte über das Kirchenbild

Konferenz tagte am Sitz des Päpstlichen Rates für die Einheit der Christen – Sorge über die zunehmend schwierige Situation der Christen im Nahen Osten

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Foto: © jan kurdistani (Quelle: Wikimedia, Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 2.0 Generic)

Erbil, 04.12.19 (poi) Die Assyrische Kirche (Apostolische Kirche des Ostens) hat am Dienstag ein Kommunique über die letzte Vollversammlung der Gemeinsamen Kommission für den Theologischen Dialog zwischen katholischer und assyrischer Kirche veröffentlicht. Die Vollversammlung fand am 21./22. November am Sitz des Päpstlichen Rates für die Einheit der Christen statt, die beiden Ko-Vorsitzenden sind der assyrische Metropolit von Australien, Neuseeland und dem Libanon, Mar Meelis Zaia, und der katholische Bischof von Antwerpen, Johan Bonny. In der jetzigen – dritten – Phase des Dialogs geht es um Natur und Mission der Kirche, das Wirken des Heiligen Geistes in der Kirche und die Verfassung der Kirche. Die Kommissionsmitglieder präsentierten sechs Papiere über die – komplementär zu verstehenden – Bilder von Kirche in beiden Traditionen wie „Leib Christi“, „Hirt und Herde“, Kirche als „Mutter“, „Arche des Heils“, „Versammlung der Gläubigen“, „geistliches Hospital“. Im assyrischen Kommunique heißt es wörtlich: „Der Dialog bietet die Möglichkeit, von Geschichte, Theologie, Kirchenrecht, Liturgie und Spiritualität des anderen zu lernen. Während unser patristisches und theologisches Erbe unterschiedlich ist, haben wir die biblischen Grundlagen – ebenso wie das Priesteramt und die apostolische Sukzession der Bischöfe – gemeinsam“. Aufgabe der dritten Dialogphase sei es, mit den unterschiedlichen Formulierungen des Geheimnisses der Kirche umgehen zu lernen.

Die Mitglieder der Dialogkommission erinnerten sich dankbar an die Aufnahme des Dialogs zwischen katholischer und assyrischer Kirche, die mit der Unterzeichnung der Gemeinsamen Christologischen Erklärung durch Papst Johannes Paul II. und Katholikos-Patriarch Mar Dinkha IV. am 11. November 1994 begann. Besorgnis äußerten sie über die Berichte zur zunehmend schwierigen Situation der Christen im Nahen Osten, diese Situation wollen sie in ihren Heimatdiözesen besser bekannt machen. Zum Abschluss ihres Treffens waren die Delegationsmitglieder Gäste von Kardinal Kurt Koch in der Abtei Sant’Anselmo bei den Feiern zum 20-Jahr-Jubiläum der Gemeinsamen katholisch-lutherischen Erklärung über die Rechtfertigungslehre.