Ein katholischer Weltjugendtag eigens für den arabischsprachigen Raum

Vollversammlung der katholischen Bischofskonferenz für den arabischsprachigen Raum tagte im Vatikan – Für den Dialog mit den arabischen Bischöfen bot die Kurie ihre erste Garnitur auf

0
308
Foto: © Socrates2008 (Quelle: Wikimedia; Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported)

Vatikanstadt, 23.02.20 (poi) Ein katholischer Weltjugendtag eigens für den arabischsprachigen Raum: Diesen Vorschlag hat die katholische Bischofskonferenz für den arabischsprachigen Raum (CELRA) bei ihrer 70. Vollversammlung entwickelt, die im Vatikan stattgefunden hat. Der Weltjugendtag könnte, so die Bischöfe, in Jordanien stattfinden. Die Idee des Weltjugendtags versteht sich als Beitrag, um die jungen Katholiken aus den arabischsprachigen Ländern stärker in der Heimat zu verankern, sie zu intensiverer Beteiligung in Kirche und Gesellschaft zu motivieren und die Attraktivität der Emigration zu mindern.

Bei der Konferenz der arabischsprachigen Bischöfe im Vatikan fiel auf, dass die erste Garnitur der Kurie aufgeboten wurde. Bei der Vollversammlung, die unter dem Vorsitz des Apostolischen Administrators des lateinischen Patriarchats von Jerusalem, Erzbischof Pierbattista Pizzaballa, stand, erläuterte der Präsident des Päpstlichen Rates für den Interreligiösen Dialog, Kardinal Miguel Angel Ayuso Guixot, die Bedeutung der im Februar des Vorjahrs von Papst Franziskus und dem Großimam der Al Azhar-Universität, Ahmed al-Tayyeb, in Abu Dhabi unterzeichneten „Gemeinsamen Erklärung über Brüderlichkeit aller Menschen für ein friedliches Zusammenleben in der Welt“. Kardinal Michael Czerny, der im Dikasterium für die integrale menschliche Entwicklung für den Bereich Migration zuständig ist, legte vor den Bischöfen des arabischsprachigen Raums die Grundlinien des postsynodalen Schreibens „Querida Amazonia“ dar. Der Präfekt der vatikanischen Kleruskongregation, Kardinal Benjamino Stella, behandelte mit den arabischsprachigen Bischöfen die „mitunter delikate Beziehung zwischen Bischöfen, Diözesanpriestern und Ordensleuten“. Dabei wurde betont, dass diese Beziehung auf dem Prinzip des „gegenseitigen Respekts“ beruhen solle. Bischöfe sollten Ordensgemeinschaften gerne aufnehmen, diese wiederum hätten loyal mit dem Ortsbischof zusammenzuarbeiten.  Der Generalsekretär der Bischofssynode, Kardinal Lorenzo Baldisseri, beschrieb die „Synodalität in der Praxis der Kirche“. Es gehe darum, so Baldisseri, „jegliche Form des klerikalen Individualismus und Autoritarismus zu Gunsten einer wirkungsvollen Zusammenarbeit auf allen Ebenen von der Pfarre bis zur Diözese zu überwinden“. Der vatikanische „Außenminister“, Erzbischof Paul Richard Gallagher, erläuterte vor den arabischsprachigen Bischöfen die aktuellen diplomatischen Entwicklungen und die Haltung des Heiligen Stuhls im Hinblick auf die dramatischen Entwicklungen in der arabischen Welt. Papst Franziskus konzelebrierte am 18. Februar mit den arabischsprachigen Bischöfen in der Kapelle von Santa Marta die Heilige Messe.

Zu Beginn der Konferenz hatte jeder der 13 teilnehmenden Bischöfe die gesellschaftliche und pastorale Situation in seinem Gebiet dargelegt.