„Ein Vermächtnis für die Arbeit von ‚Pro Oriente‘“

Gedenken an Philipp Harnoncourt bei der Vorstandssitzung von „Pro Oriente“ – „Er brannte innerlich für die Einheit der Christen“

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Foto: © Gerd Neuhold, Sonntagsblatt (Quelle: Wikimedia; Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Austria)

Wien-Graz, 05.06.20 (poi) In besonderer Weise wurde am Donnerstag bei der „Pro Oriente“-Vorstandssitzung des verstorbenen Theologen Philipp Harnoncourt gedacht. „Was er getan hat, ist ein Vermächtnis für unsere ökumenische Arbeit“, stellte „Pro Oriente“-Präsident Alfons M. Kloss fest. „Pro Oriente“-Vizepräsident Prof. i.R. Rudolf Prokschi erinnerte daran, dass Philipp Harnoncourt, der international anerkannte Liturgie-Experte „innerlich für die Einheit der Christen gebrannt“ habe. Aus dieser Sehnsucht sei auch Harnoncourts Vorschlag für das „eucharistische Fasten“ zu verstehen gewesen: Kein Kommunionempfang, solang es keine Einheit der Kirchen gibt. Philipp Harnoncourt habe sich nach seiner Emeritierung in besonderer Weise für die Ökumene mit den Kirchen des Ostens eingesetzt.

Prof. Prokschi schilderte seine persönlichen Eindrücke seit der Studienzeit über das Wirken von Philippe Harnoncourt. Der in Graz lehrende Theologe Harnoncourt habe den Einsatz für die Ökumene immer überaus ernst genommen, wie sich etwa im Ringen um die Interpretation der „Union von Brest-Litowsk“ (1596) in den Gesprächen mit dem damaligen orthodoxen Erzbischof von Breslau (Wroclaw), Jeremiasz (Anchimiuk), gezeigt habe. Harnoncourt sei aber auch imstande gewesen, etwa in einem rumänisch-orthodoxen Kloster wochenlang still, zurückhaltend, demütig mitzumachen, was die Wertschätzung für den römisch-katholischen Professor aus Österreich wesentlich steigerte.

Der Vorsitzende der Grazer „Pro Oriente“-Sektion, Peter Piffl-Percevic, bezeichnete den verstorbenen Theologen als den wahren „spiritus rector“ der ökumenischen Arbeit in der Steiermark. Philipp Harnoncourt habe „ultimative Denkanstösse“ gegeben. U.a. erinnerte Piffl-Percevic an die enge ökumenische Zusammenarbeit des Theologen mit dem mittlerweile emeritierten evangelisch-lutherischen Superintendenten Hermann Miklas.

Das Begräbnis von Philipp Harnoncourt wird am Samstag, 6. Juni, im engsten Kreis der Familie – der Theologe war ein Nachfahr von Erzherzog Johann – in Grundlsee stattfinden. Der Begräbnisgottesdienst in Grundlsee – er findet im Garten des Hauses Meran statt – wird vom örtlichen Pfarrer Matthias Keil organisiert, der steirische Bischof Wilhelm Krautwaschl wird dem Gottesdienst vorstehen. Im Anschluss an den Gottesdienst wird Harnoncourt auf dem örtlichen Friedhof beigesetzt. Requiem, Prozession zum Friedhof und Beisetzung werden unter www.katholische-kirche-steiermark.at/livestream übertragen.