Entführte Metropoliten: Hoffnung auf die Schweiz

Schweizer Bundespräsident Berset traf im Libanon mit den orientalischen Patriarchen zusammen

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Foto ©: Garzo (Quelle: Wikimedia, Lizenz: Creative Commons CC0 1.0 Universal Public Domain Dedication)

Beirut, 29.08.18 (poi) Der syrisch-orthodoxe Patriarch Mor Ignatius Aphrem II. hat die Schweiz gebeten, bei den Bemühungen um die Freilassung der beiden vor fünf Jahren entführten Aleppiner Metropoliten Mor Gregorius Youhana Ibrahim und Boulos Yazigi eine führende Rolle einzunehmen. Möglicherweise werden die beiden Metropoliten in der Provinz Idlib, dem letzten unter der Kontrolle der islamistischen Milizen stehenden Gebiet Syriens, festgehalten.

Der syrisch-orthodoxe Patriarch war im libanesischen Dimane, der Sommerresidenz des maronitischen Patriarchen, mit dem Schweizer Bundespräsidenten Alain Berset zusammengetroffen. An der Begegnung nahmen alle im Libanon residierenden christlichen Patriarchen teil: Außer Mor Ignatius Aphrem II. auch der maronitische Kardinal-Patriarch Mor Bechara Boutros Rai, der griechisch-orthodoxe Patriarch Youhanna X., der syrisch-katholische Patriarch Mor Ignatius Yousef III. Younan, der griechisch-katholische Patriarch Yousef Absí und der armenmisch-apostolische Katholikos von Kilikien, Aram I. Auch der Apostolische Nuntius im Libanon, Erzbischof Joseph Spiteri, war anwesend. Bei der Begegnung wurden die guten Beziehungen zwischen dem Libanon und der Schweiz betont; zugleich wurde die Situation im Nahen Osten aus der Sicht der christlichen Patriarchen dargelegt und die Frage der Flüchtlinge behandelt.

Wenige Tage vor der Begegnung in Dimane hatte Mor Ignatius Aphrem II. in Atchaneh mit dem libanesischen Botschafter beim Heiligen Stuhl, Farid Elias al-Khazen, unterhandelt. Dabei ging es vor allem um die Rolle des Libanon bei der Förderung der Begegnung der Religionen und  Kulturen in der Region. Außerdem wurden generell vordringliche Fragen des ökumenischen und interreligiösen Dialogs behandelt.