Erste Friedens- und Versöhnungsmesse in Mosul

Syrisch-katholischer Erzbischof Youhanna Boutros Mouche zelebrierte in der Thomaskirche – Auch die Repräsentanten der anderen christlichen Kirchen und Vertreter der muslimischen, jesidischen und Shabaki-Gemeinschaften nahmen teil

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Foto: © Sgt. Michael Bracken/PD-USGOV-MILITARY-ARMY (Quelle: Wikimedia; Lizenz: public domain)

Bagdad, 01.03.19 (poi) In der syrisch-katholischen Thomaskirche der Tigris-Metropole Mosul wurde am Donnerstag die erste Friedens- und Versöhnungsmesse in der durch die jahrelange IS-Besetzung schwer mitgenommenen Stadt gefeiert, wie die katholische Nachrichtenagentur „Zenit“ berichtet. Zelebrant der Messfeier war der syrisch-katholische Erzbischof Youhanna Boutros Mouche. Bei der Liturgie waren nicht nur die Repräsentanten der anderen christlichen Kirchen – an der Spitze der neue chaldäisch-katholische Erzbischof von Mosul, Michael Najeeb Moussa – anwesend, sondern auch Vertreter der muslimischen, jesidischen und Shabaki-Gemeinschaften sowie der Zivilgesellschaft.

Die Friedens- und Versöhnungsmesse war ein wichtiger Meilenstein des Projekts „Brücken bauen zwischen den Gemeinschaften von Ninive“, das von einer gleichnamigen italienischen Gemeinschaft gestartet wurde. Ziel dieses Projekts ist es, einen umfassenden Versöhnungsprozess in Gang zu setzen und die Wunden, Ressentiments und Verdachtsmomente aus der Zeit des Konflikts um Mosul zu überwinden. Daher waren bei der Friedensmesse auch sieben junge Friedensaktivisten aus der Tigris-Stadt anwesend, die an der gewaltlosen Überwindung der nach wie vor vorhandenen Konflikte arbeiten.

Die Thomaskirche im historischen Uhrturm-Viertel ist eine der ältesten Kirchen Mosuls. Sie wurde von den IS-Terroristen geplündert, wurde aber bei den Kämpfen zur Befreiung Mosuls nicht zerstört, sondern nur beschädigt. Junge Freiwillige – Christen und Muslime – haben das noch immer verwüstete Gotteshaus inzwischen wieder teilweise zugänglich gemacht.