Erstmals internationales Jugendtreffen des syrisch-katholischen Patriarchats

Vor allem die Jugend der Diaspora sollte mit den Traditionen der Kirche vertraut gemacht werden

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Foto: © Mahmoudalrawi (Quelle: Wikimedia; Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported)

Beirut, 24.07.18 (poi) Das syrisch-katholische Patriarchat hat erstmals ein internationales Jugendtreffen veranstaltet. An die 500 syrisch-katholische junge Leute – Burschen und Mädchen – nahmen an dem fünftägigen Treffen im Marienkloster im libanesischen Faytroun teil. Das Motto des Treffens orientierte sich an dem im Johannes-Evangelium überlieferten Jesus-Wort „Kommt und seht“. Der syrisch-katholische Patriarch Ignatius Yousif III. Younan bezeichnete das Treffen als eine Gelegenheit, vor allem mit den jungen Leuten aus syrisch-katholischen Familien der Diaspora die Hoffnung „ auf Erneuerung der christlichen Gemeinschaft im Heiligen Geist“ zu teilen. Zugleich sei es aber auch darum gegangen, den jungen Menschen den „Reichtum der Traditionen, der Sprache und der syrischen Kultur“ wieder nahe zu bringen, der in der Diaspora verloren zu gehen drohe.

Die syrisch-katholische Kirche kann seit ihrem Entstehen im 17. Jahrhundert auf eine große Geschichte des Zeugnisses für das Evangelium und der kulturellen Erneuerung zurückblicken. Vom Völkermord, der von der jungtürkisch geführten osmanischen Regierung ab 1915 ausgelöst wurde, war die syrisch-katholische Kirche in ihren ursprünglichen Gebieten – wie Mardin – besonders betroffen, obwohl die österreichischen und ungarischen Vertreter im Osmanischen Reich bei den „drei Paschas“, die namens des „Komitees für Einheit und Fortschritt“ in Konstantinopel die Regierung stellten, zu Gunsten dieser Katholiken zu intervenieren versuchten. In den letzten Jahren war die syrisch-katholische Kirche durch die dramatischen Vorgänge im Irak und in Syrien neuerlich schwer in Mitleidenschaft gezogen. Viele junge Leute sehen in der Emigration nach Europa, Nord- und Südamerika oder Australien die einzige Chance (die Burschen vor allem auch, um dem langen, aufreibenden und gefährlichen Militärdienst zu entgehen).

Das Programm des Jugendtreffens umfasste liturgische Feiern, spirituelle Zeugnisse, Diskussionen über aktuelle Fragen, Unterhaltungsangebote und Ausflüge wie z.B. zum libanesischen Nationalheiligtum Notre-Dame-d’Harissa.