„Europa – wohin?“

„Pro Oriente“ veranstaltet von 14. bis 16. März gemeinsam mit „Renovabis“ und dem Institut G2W in Wien eine internationale Konferenz über die Herausforderungen für Kirche und Gesellschaft angesichts der Krisensymptome in Europa

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Foto: © Gryffindor (Quelle: Wikimedia, Lizenz: Public domain)

Wien, 30.01.18 (poi) „Europa – wohin? Herausforderungen für Kirche und Gesellschaft“: Unter diesem Titel steht eine Konferenz, die „Pro Oriente“ gemeinsam mit dem Institut G2W (Ökumenisches Forum für Glauben, Religion und Gesellschaft in Ost und West) und „Renovabis“ (Solidaritätsaktion der deutschen Katholiken mit den Menschen in Mittel- und Osteuropa) in Kooperation mit der Universität Wien veranstaltet. Die Konferenz – bei der 18 Expertinnen und Experten aus 14 europäischen Staaten referieren – findet von 14. bis 16. März in der Wiener Diplomatischen Akademie statt.

In der Einladung zur Konferenz wird auf die Krisensymptome in Europa verwiesen. Die Euphorie der „Wende-Jahre“ nach 1989 bzw. nach der Ost-Erweiterung der Europäischen Union sei spätestens seit der Flüchtlingskrise 2015 verflogen. In vielen europäischen Ländern hätten politische Kräfte an Einfluss gewonnen, die eine Abkehr von der bisherigen Integrationspolitik fordern. Auf diesem Hintergrund will die Konferenz verantwortungsbewusste Kräfte aus Gesellschaft, Kirche und Wissenschaft miteinander ins Gespräch bringen, um die bestehenden Probleme offen anzusprechen und miteinander Wege aus der Krise zu suchen.

Bei der Konferenz werden am 14. März der Osteuropahistoriker Prof. Oliver Jens Schmitt (Wien) und der stellvertretende Generalsekretär der Kommission der Bischofskonferenzen des EU-Raumes (ComECE), Michael Kuhn (Brüssel), die Kirche in Europa aus politischer bzw. kirchlicher Sicht analysieren. Am 15. März analysiert der Publizist und Wissenschaftler Reinhold Vetter (Berlin-Warschau) „Populismus und Nationalismus in Europa“, die Sozialethikerin Prof. Ingeborg Gabriel (Wien) beschreibt die „Sozialethischen Herausforderungen für die Kirchen in Europa“.

In zwei parallel laufenden Panels werden dann unter dem Titel „Von Musterschülern zu Problemfällen?“ einerseits die Situationen in Polen (Weihbischof Krzysztof Zadarko/Koszalin), Ungarn (Prof. Andras Mate-Toth/Szeged) und Tschechien (Jaroslav Sonka/Prag)  analysiert, unter dem Titel „Bürgerprotest und neue Aufbrüche“ die Entwicklungen in Rumänien (Prof. Radu Preda/Bukarest), der Ukraine (Caritas-Präsident Andrij Waskowycz/Kiew) und Bulgarien (Prof. Valerij Stojanov/Sofia) dargestellt. In zwei weiteren Panels geht es einerseits um die sogenannten Westbalkanstaaten Serbien (Irena Ristic/Belgrad), Bosnien-Hercegovina (Vedran Dzihic/Wien) und Albanien (Luigi Mila/Shkodra), andererseits um Russland (Jewgenij Pilipenko/Moskau), Georgien (Prof. Vaja Vardidze/Tiflis) und Weißrussland (Alena Alschanskaja/Minsk).

Am Abend des 15. März hält der Europaparlamentarier Othmar Karas im Wiener Erzbischöflichen Palais einen Hauptvortrag zum Thema „Zukunftsvision Europa“. Am 16. März legt der Präsident der Tschechischen Christlichen Akademie, Prof. Tomas Halik (Prag) „Gedanken zu einer europäischen Politik aus christlichem Antrieb“ vor. Das Abschlusspodium bestreiten Referierende aus den Panels.  Die Leitung der Konferenz haben Regina Augustin („Pro Oriente“), Christof Dahm („Renovabis“) und Stefan Kube (G2W).