Frankreich führt “Tag des Gedenkens an den armenischen Völkermord“ ein

Erstmals am 24. April, dem Jahrestag der großen Verhaftungsaktion gegen die Armenier in Konstantinopel 1915

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Foto: © anonymous German traveler (Quelle: Wikimedia; Lizenz: public domain in the United States)

Paris, 13.02.19 (poi)  Am 24. April wird in Frankreich zum ersten Mal der „Tag des Gedenkens an den armenischen Völkermord“ begangen. Dies wurde vom französischen Präsidenten Emmanuel Macron angekündigt. Er betonte, dass Frankreich „der Geschichte ins Gesicht schauen will“. Sein Land sei eines der ersten gewesen, die „das Massaker am armenischen Volk anprangerte“ und bereits 1915 den Völkermord als das bezeichnete, was er war und schließlich „den Völkermord an den Armeniern 2001 offiziell anerkannte“. Wie „France24“ berichtete, äußerte sich Präsident Macron während eines vom Koordinationsrat der armenischen Organisationen in Frankreich veranstalteten Essens und machte somit ein Versprechen wahr, das er der armenischen Gemeinschaft im Wahlkampf 2017 gegeben hatte.

Bisher haben 29 Nationen die systematischen Massaker und Deportationen, denen die Armenier im Osmanischen Reich ab 1915 ausgesetzt waren, als Völkermord anerkannt. Neben Frankreich gehören dazu auch Brasilien, Kanada, Italien und Russland sowie viele Einzelstaaten der USA, wie die katholische Nachrichtenagentur „Fides“ schreibt.

Der 24. April wird als Tag des Gedenkens begangen, weil am 24. April 1915 die osmanische Geheimpolizei in Konstantinopel in den frühen Morgenstunden eine große Verhaftungsaktion durchführte, bei der armenische Politiker (auch Parlamentsabgeordnete), Chefredakteure, Industrielle, Künstler und Priester festgenommen und in plombierten Zügen nach Anatolien abtransportiert wurden. Obwohl das offizielle Ankara diese Tatsache leugnet, gibt es Hinweise, dass der Beschluss in Sachen Völkermord im Zentralkomitee des regierenden „Komitees für Einheit und Fortschritt“ (Ittihad ve terakki) fiel.