Französisches Ostkirchen-Hilfswerk „Oeuvre d’Orient“ startet Rettungsaktion für christliche Schulen des Libanons

Christliche Schulen sind „Säulen der Exzellenz“ des libanesischen Bildungswesen – Ihre Besonderheit ist, dass sie für alle offen sind, Christen, Muslime und Drusen

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Foto: © Sergey Kondrashov (Quelle: Wikimedia; Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported)

Beirut-Paris, 13.07.20 (poi) Das französische Ostkirchen-Hilfswerk „Oeuvre d’Orient“ hat – gemeinsam mit der Follereau-Stiftung und dem „Institut Européen de Coopération et de Développement“ (IECD) – eine Rettungsaktion für die (christlichen) Schulen im Libanon gestartet, das „Komitee zur Rettung der Schulen des Libanons“. In einem am Montag veröffentlichten Aufruf heißt es: „Der Libanon hält – trotz aller Schwierigkeiten – seit Jahrzehnten die Hoffnung aufrecht, dass ein offener und pluralistischer Nahen Osten möglich ist – dank der Entschlossenheit seiner freien und engagierten Bürger. Das starke Bewusstsein für die Bürgerschaft (citoyennete) verdankt sich der Bedeutung, die alle libanesischen Familien – unter großen Opfern – der Erziehung der jungen Generationen beimessen. Das libanesische Schulsystem ist zu 70 Prozent privat und erhält keine Hilfe vom Staat“. Im Herzen dieses Systems seien die hunderten von christlichen Schulen eine „Säule der Exzellenz“ des libanesischen Bildungswesens.

Diese Schulen hätten eine Besonderheit, die ihre Stärke und ihren Reichtum ausmacht, heißt es in dem Aufruf weiter: „Sie bilden junge Christen, Muslime und Drusen aus, Burschen und Mädchen, sehr reiche und sehr arme Kinder und Jugendliche, in den Städten und auf dem Land, in Beirut und in allen Regionen der Zedernrepublik“. Die zu einem großen Teil frankophonen Schulen hätten Generationen von jungen Libanesen gebildet, ihren Blick auf die Welt geöffnet und ihren kritischen Geist entwickelt. Jetzt aber komme es Tag für Tag zur Schließung solcher Schulen.

Das „Komitee zur Rettung der Schulen des Libanons“ hat eine große Unterschriften- und Spendenaktion für die christlichen Schulen in der Zedernrepublik gestartet. Diese Aktion möchte auch die zahlreiche libanesische Diaspora in Nord- und Südamerika, Europa, Australien und Afrika erreichen.

Neues Forschungsinstitut

Das „Oeuvre d’Orient“ startet am 1. Oktober mit einem neuen Forschungsinstitut, das den Titel „Institut Chretiens d’Orient“ tragen wird. U.a. wird es Aufgabe des Instituts sein, Kurse anzubieten, die in Europa zu einem besseren Verständnis der Situation der Christen im Nahen Osten beitragen sollen. Leiter des Instituts wird der franco-libanesische Theologie- und Philosophieprofessor Antoine Fleyfel sein. Das Institut wird ein Netzwerk zu den öffentlichen und privaten Uni-Fakultäten und wissenschaftlichen Institutionen vor allem im französischsprachigen Raum aufbauen, die sich mit der Situation der orientalischen Christen befassen. Der Generaldirektor des „Oeuvre d’Orient“, Msgr. Bruno Gollnisch, betonte in diesem Zusammenhang, dass das „Institut Chretiens d’Orient“ keine Konkurrenz für niemand sein wolle. Vielmehr gehe es darum, die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu unterstützen, die sich mit dem Leben der Christen des Orients befassen.