Friedensgebet im Stephansdom: Solidarität mit Christen der Ninive-Ebene

Grabesritter schließen sich der „Aktion Heimkehr“ für das „Österreich-Dorf“ Baqofa an

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Foto: © Bwag (Quelle: Wikimedia, Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0 International)

Wien, 15.02.18 (poi) Im Zeichen der Solidarität mit den aus der nordirakischen Ninive-Ebene vertriebenen Christen, die jetzt langsam wieder in ihre von den IS-Terroristen verwüsteten Heimatorte zurückkehren, stand am Aschermittwochabend im Wiener Stephansdom das Friedensgebet der Komtureien Wien und Klosterneuburg des Grabesritter-Ordens für den Frieden im Heiligen Land und im ganzen Nahen Osten. Die Grabesritter schließen sich der „Aktion Heimkehr“ an, in deren Rahmen die „Arbeitsgemeinschaft Katholischer Verbände“ (AKV), „Christian Solidarity“-Österreich, „Kirche in Not“-Österreich und die „Initiative Christlicher Orient“ (ICO) unter der Patronanz der „Kardinal-König-Stiftung“ das Ziel haben, beim Wiederaufbau des Dorfes Baqofa und der benachbarten Kleinstadt Telskof zu helfen. Beim Friedensgebet wurde eindringlich geschildert, welche Probleme zu bewältigen sind: Die Infrastruktur für die Strom- und Wasserversorgung ist ebenso schwer beschädigt wie die Wohnhäuser. In Baqofa waren usprünglich 100 christliche Familien zuhause, in Telskof ist die Hälfte der 1.450 christlichen Familien zurückgekehrt. In Baqofa – das von den österreichischen katholischen Organisationen zum „Österreich-Dorf“ erkoren wurde – ist die alte Kirche baufällig, auch in Telskof ist die Hauptpfarrkirche beschädigt.

In Telskof sind – wie im Stephansdom beim Friedensgebet mitgeteilt wurde – 836 Häuser beschädigt, 43 ausgebrannt und 66 komplett zerstört. Um ein Haus wieder bewohnbar zu machen, sind im Schnitt 7.000 US-Dollar notwendig. Die syrisch-orthodoxe, die syrisch-katholische und die chaldäisch-katholische Kirche haben gemeinsam einen Ausschuss für den Wiederaufbau in der Ninive-Ebene gebildet, nach dessen Berechnungen für die Wiederherstellung von 13.000 Privathäusern und die Infrastrukturmaßnahmen insgesamt rund 250 Millionen US-Dollar notwendig sein werden. Beim Friedensgebet wurde an den Solidaritätsbesuch des Linzer Diözesanbischofs Manfred Scheuer – in seiner Eigenschaft als Präsident der „Kardinal-König-Stiftung“ – in der Ninive-Ebene im Februar des Vorjahrs erinnert. Der Bischof habe damals an die Öffentlichkeit in Österreich appelliert: „Wir dürfen die Christen im Irak nicht im Stich lassen“. Daran wollen sich auch die Grabesritter orientieren.

Beim Friedensgebet vor dem Allerheiligsten wurde u.a. der Psalm 122 (Wallfahrt nach Jerusalem) gebetet, wobei die Teilnehmenden als Rahmenvers das israelische Lied „Shalom chaverim“ sangen. Im abschließenden Mariengebet hieß es: „Möge Jerusalem wie ein Leuchtturm der Einheit unter den Christen strahlen, die das Privileg haben, in der Nähe der Heiligen Stätten zu leben. Möge diese heilige Stadt ein Hafen der Freundschaft und der Eintracht zwischen Juden, Christen und Muslimen sein. Mögen die Intoleranz und der gegenseitige Verdacht verschwinden, möge die Liebe die Angst vertreiben“.