„Gebetswoche für die Einheit der Christen“: Texte für 2022 stammen aus dem Nahen Osten

Weltkirchenrat und Päpstlicher Einheitsrat haben bereits jetzt Materialien für die Ökumene-Initiative im Jahr 2022 veröffentlicht

0
154
Foto: © Rabanus Flavus (Quelle: Wikimedia; Lizenz: CC0 1.0 Universal Public Domain Dedication)

Beirut/Rom/Genf, 14.07.21 (poi) Die Texte für die weltweite „Gebetswoche für die Einheit der Christen“ (18. bis 25. Jänner 2022) kommen dieses Mal aus dem Nahen Osten. Erarbeitet wurden die Vorlagen von einer Arbeitsgruppe des Rates der Kirchen im Mittleren Osten (MECC) mit Sitz in Beirut, wie der Ökumenische Rat der Kirchen (Weltkirchenrat, ÖRK) und der Päpstliche Einheitsrat mitteilten. Der Weltkirchenrat und der Vatikan haben die Materialien jetzt in mehreren Sprachen veröffentlicht. Die Gebetswoche steht unter dem thematischen Leitwort „Wir haben seinen Stern aufgehen sehen.“ Dieses stammt aus dem Matthäus-Evangelium (Mt 2,2).

An den Texten haben Christinnen und Christen aus dem Libanon, Syrien und Ägypten mitgearbeitet. Zu den Materialien zählen ein ökumenischer Eröffnungsgottesdienst, biblische Betrachtungen und Gebete sowie sonstige Gottesdienstelemente.

„Der Nahe Osten braucht heute mehr denn je ein himmlisches Licht, das die dort lebenden Menschen begleitet“, heißt es in einem der Texte: „Der Stern von Bethlehem ist ein Zeichen dafür, dass Gott mit seinem Volk geht, den Schmerz der Menschen spürt, ihre Klage hört und Mitleid mit ihnen hat. Gott hält uns die Treue, auch wenn die Umstände sich ändern und schreckliche Katastrophen eintreten mögen, und das gibt uns Mut.“

In den Texten wird der Frage nachgegangen, wie Christen und Christinnen aufgerufen sind, für die Welt ein Zeichen der Einheit zu sein und sich für mehr Gerechtigkeit, Frieden und für das Wohl anderer einzusetzen:

„Heute sind wir eingeladen, uns dem Bauen an einer Welt zu verschreiben, in der Gerechtigkeit herrscht. Dazu müssen wir nachdenken und uns die Situationen vor Augen führen, in denen unsere Wege nicht Gottes Wege der Gerechtigkeit und des Friedens sind. Wenn wir uns gemeinsam für Gerechtigkeit und Frieden einsetzen, werden unsere Anstrengungen eine größere Wirkung entfalten. Und wenn wir Christen so zusammenarbeiten, dann wird sichtbar, dass Gott unser Gebet um Einheit erhört, so dass andere durch uns erkennen können, dass Christus auch heute in der Welt gegenwärtig ist. Durch unsere Worte und Taten können wir so vielen, die noch immer in der Dunkelheit politischer Unruhen, Armut und sozialer Ausgrenzung sowie struktureller Diskriminierung leben, das Licht der Hoffnung bringen. Die gute Nachricht ist, dass Gott treu ist und uns immer stärkt und vor Schaden bewahrt. Er ermutigt uns, uns für das Wohl anderer einzusetzen, besonders für diejenigen, die in der Dunkelheit des Leidens, des Hasses, der Gewalt und des Schmerzes leben.“

Die Ursprünge der Weltgebetswoche liegen mehr als 100 Jahre zurück. Seit 1968 werden die Themen und Texte für die Gebetswoche vom Päpstlichen Rat für die Einheit der Christen und dem Weltkirchenrat veröffentlicht. Während die Gebetswoche auf der Nordhalbkugel immer vom 18. bis 25. Jänner abgehalten wird, findet sie auf der Südhalbkugel zwischen Christi Himmelfahrt und Pfingsten statt. Jedes Jahr werden ökumenische Partner in eine andere Region gebeten, dafür die Texte bzw. Materialien zu erarbeiten.

Die Materialien für 2022 stehen bereits auf Englisch, Französisch, Deutsch, Spanisch, Portugiesisch und Italienisch zur Verfügung.

Infos: www.oikoumene.org/gebetswoche