Griechenland: Erzbischof fordert mehr Verantwortung für den Klimaschutz

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Foto: © Evripidis Stylianidis (Quelle: Wikimedia, Lizenz: Creative Commons Attribution 2.0 Generic)

12.08.2021 (NÖK) Angesichts der dramatischen Waldbrände in Griechenland hat Erzbischof Hieronymos (Liapis) von Athen zu einem verstärkten Schutz des Klimas aufgerufen. Er sei „zutiefst schockiert“ und in Gedanken bei allen betroffen Menschen und anderen Lebewesen, die vom Feuer bedroht sind. „Eines Tages müssen wir unsere eigene Verantwortung für die Umwelt und Natur, die der Schöpfer uns gegeben hat, bedenken und begreifen, dass eine effektive Antwort auf den Klimawandel für die Menschheit eine der größten Herausforderungen des 21. Jahrhunderts ist“, sagte der Erzbischof.

Als konkrete Hilfe öffnete die Erzdiözese Athen ihre Lager, um Betroffene aus der Region unterzubringen. Erzbischof Hieronymos bat außerdem alle Klöster, den Opfern auf jede erdenkliche Art zu helfen. Die Wohltätigkeitsorganisation der Erzdiözese Athen, Apostoli, beauftragte er, die dringendsten Bedürfnisse der Betroffenen zu decken. Auf Initiative der Hl. Synode der Griechischen Orthodoxen Kirche (GOK) werden zudem Informationen zwischen Regionen zu Unterbringungsmöglichkeiten in kirchlichen Einrichtungen ausgetauscht.

Der Ökumenische Patriarch Bartholomaios versicherte dem griechischen Ministerpräsidenten Kyriakos Mitsotakis seine persönliche Unterstützung und die des Patriarchats von Konstantinopel für die vom Feuer Betroffenen. Er bete für die Rettung der „Geistlichen, der Menschen und der natürlichen Umwelt“, deren Schutz „wir alle“ als „Mitverantwortliche“ dafür anstreben sollten. Die Erzdiözese Australien des Ökumenischen Patriarchats hat begonnen, Geld für die von den Waldbränden betroffenen Griechinnen und Griechen zu sammeln. Erzbischof Makarios (Griniezakis) von Australien drückte sein Mitgefühl aus und rief die griechischstämmigen Australierinnen und Australier zur Unterstützung auf. Auch wenn sie unter der Coronavirus-Pandemie und deren wirtschaftlichen Folgen zu leiden hätten, sollten sie die christliche Lehre in die Tat umsetzen und den Menschen in Griechenland beistehen.

Auch der griechische Erzbischof von Amerika, Elpidophoros (Lambriniadis), verwies auf die gemeinsame Verantwortung für den Umweltschutz. Daher sei auch die „Einheit und Zusammenarbeit der ganzen Menschheit“ im Kampf gegen die Brände – nicht nur in Griechenland und Kalifornien, sondern auch in anderen betroffenen Ländern wie der Türkei, Albanien und Italien – sehr wichtig. Er lobte die Solidarität, die sich in der schnellen Hilfe anderer Staaten für Griechenland zeige. Angesichts nicht nur von Waldbränden, sondern auch von schmelzendem Eis, Stürmen und Überschwemmungen müssten „wir über das Böse nachdenken, das wir in der Schöpfung aufgrund unserer Selbstsucht und unserem Wohlergehen verursacht haben“. Die Natur werde sich gegen die Menschen wenden und diese würden alles verlieren, warnte er. Auch die Erzdiözese von Amerika hat eine Kampagne lanciert, um finanzielle Unterstützung für Griechenland bereitzustellen.