Griechenland: Ostern wurde “nachgefeiert”

Atmosphäre in den griechischen Kirchen war von großer Bewegung und Ehrfurcht gekennzeichnet – Berg Athos ab 1. Juni wieder für Pilger zugänglich

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Foto: © Christis: Diderot (Quelle: Wikimedia, Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported)

Athen, 28.05.20 (poi) Zum feierlichen Abschluss der Osterzeit (Apodosis) fanden in den orthodoxen Kirchen Griechenlands wieder öffentliche Gottesdienste statt. Die meisten Gläubigen feierten in den Vorhöfen und Gartenanlagen der Gotteshäuser mit, empfingen dort die Heilige Kommunion und nahmen das “Heilige Feuer” in Empfang, das sich zu Ostern in der “Anastasis”, der Jerusalemer Grabeskirche, entzündet hatte. In der orthodoxen Kirche wird am 39. Tag nach dem Fest das Ende der Osterzeit begangen, am 40. Tag – dem dieswöchigen Donnerstag – begeht die Kirche das Fest Christi Himmelfahrt. Die Atmosphäre in den und um die griechischen Kirchen war am Mittwoch und Donnerstag von großer Bewegung und Ehrfurcht gekennzeichnet. Alle waren sichtlich froh, den traditionellen Ostergruß “Christus anesti! Alithos anesti!” (Christus ist auferstanden! Er ist wahrhaft auferstanden!) wieder anstimmen zu können.Viele Gläubige hatten darunter gelitten, dass erstmals seit der Zeit Konstantins des Großen wegen der Corona-Pandemie zu Ostern keine öffentlichen Gottesdienste möglich waren; die Liturgien der Heiligen Woche und der Osterzeit konnten nur digital mitgefeiert werden. Auch bei den liturgischen Feiern am Mittwoch und Donnerstag wurden alle präventiven Maßnahmen penibel eingehalten.

Ab Montag, 1. Juni, wird auch der Berg Athos wieder für Pilger zugänglich sein. Die oberste Behörde der Mönchsrepublik, in der alle 20 Großklöster repräsentiert sind, hat einen entsprechenden Beschluss gefasst. Laut “Romfea” werden zunächst in den Großklöstern nur 15-köpfige Pilgergruppen zugelassen sein, in den kleinen Klöstern (“Skit”) fünf Personen. Die Pilger werden nur in jenen Klöstern übernachten dürfen, von denen die jeweilige Besuchserlaubnis ausgestellt wurde. Auf dem Höhepunkt der Corona-Pandemie im März war der Berg Athos für Pilger geschlossen worden.

Am 5. Juni wollen das griechische Bildungsministerium und das Gesundheitsministerium eine gemeinsame Erklärung über die Besuchsmöglichkeiten in den orthodoxen Klöstern herausbringen.