Griechisch-orthodoxer Erzbischof von Amerika traf mit US-Außenminister Pompeo zusammen

Erzbischof Elpidophoros legte die Sorge der orthodoxen Kirche über die Sicherheit des Ökumenischen Patriarchats, über den Frieden im Mittelmeerraum und über die Umwandlung der Hagia Sophia dar

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Foto: © (Quelle: Wikimedia; Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 2.0 Generic)

Washington, 24.09.20 (poi) Der griechisch-orthodoxe Erzbischof von Amerika, Elpidophoros (Lambriniadis), einer der engsten Mitarbeiter des Ökumenischen Patriarchen Bartholomaios I., ist am Donnerstag mit dem US-amerikanischen Außenminister Michael Pompeo zusammengetroffen. In den Social Media bedankte sich der Erzbischof nach dem Gespräch dafür, dass Pompeo „der Sorge der orthodoxen Kirche über die Sicherheit des Ökumenischen Patriarchats, über den Frieden im Mittelmeerraum und über die Umwandlung der Hagia Sophia in eine Moschee“ sein Ohr geliehen habe. Erzbischof Elpidophoros betonte, dass es Aufgabe der USA sei, „die Herrschaft des Rechts, die Rechte der Minderheiten in der Türkei und den Frieden zwischen Griechenland, Zypern und der Türkei aufrecht zu erhalten“.

Wörtlich lautet das Statement des Erzbischofs über seine Begegnung mit dem US-amerikanischen Außenminister: „Ich möchte Minister Pompeo für das Treffen danken. Ich hatte die Möglichkeit, den tiefen Schmerz des Ökumenischen Patriarchats, unseren eigenen und den der griechisch-amerikanischen Gemeinschaft über die Umwandlung der Hagia Sophia in eine Moschee zum Ausdruck zu bringen. Ich hatte auch die Gelegenheit, die ständig wachsende Besorgnis der griechisch-amerikanischen Gemeinschaft über die zunehmend aggressive Haltung der Türkei gegenüber Griechenland und Zypern zu benennen. Ich habe den Außenminister um die Unterstützung der amerikanischen Regierung für das Ökumenische Patriarchat, die griechische Gemeinschaft in der Türkei und für alle religiösen Minderheiten in diesem Land ersucht. Es ist unser dringender Wunsch, dass sich die US-Regierung weiterhin für das internationale Recht, für einen von türkischen Drohungen freien Dialog und für friedliche Beziehungen zwischen der Türkei, Griechenland und Zypern und im ganzen östlichen Mittelmeerraum einsetzt“.

In dem Statement des Erzbischofs wird die Situation der Theologischen Hochschule auf Halki nicht ausdrücklich erwähnt. Erzbischof Elpidophoros hatte aber bereits am Dienstag die Wiedereröffnung des orthodoxen Priesterseminars und der Theologischen Hochschule auf der Insel im Marmara-Meer urgiert: „49 Jahre nach der Schließung ist die andauernde Verweigerung der Wiedereröffnung durch die Regierung in Ankara – trotz wiederholter Versprechungen im In- und Ausland – immer weniger verständlich oder zu rechtfertigen. Diese Haltung verletzt fundamentale Menschenrechte, wie das Recht auf Bildung und die religiöse Freiheit zur Bildung und Ausbildung für eine kirchliche Institution von Weltklasseformat wie das Ökumenische Patriarchat. Wir beten, dass die Hoffnungen auf Wiedereröffnung von Halki nicht enttäuscht werden“. Die Wiedereröffnung der „führenden geistlichen Institution des Ökumenischen Patriarchats“ würde den Wunsch der Türkei signalisieren, als modernes Land betrachtet zu werden, dessen Regierung alle Bürger des Landes unabhängig von Konfession und Glaubensüberzeugung repräsentieren will.

Erzbischof Elpidophoros war selbst mehrere Jahre als Abt des Dreifaltigkeitsklosters auf Halki für die Aufrechterhaltung der bedeutenden theologischen Studienstätte zuständig. Unter seiner Leitung gewann die Marke „Halki“ neue Konturen, weil es ihm gelang, die Gebäude von Seminar und Hochschule als Veranstaltungsort von kulturellen Ereignissen und internationalen wissenschaftlichen Konferenzen zu profilieren. Hintergrund der Äußerung von Erzbischof Elpidophoros am Dienstag war die jüngste Ankündigung, dass ausgerechnet auf Halki ein „Internationales Zentrum für Islamische Studien“ errichtet werden soll.

Die Begegnung des orthodoxen Erzbischofs mit Pompeo hat Aufmerksamkeit ausgelöst. Pompeo sucht bei seinen Auslandsreisen auch immer wieder den Kontakt mit orthodoxen Hierarchen. Er kommt aus einer Familie, die sowohl italo-amerikanische Wurzeln (aus der Provinz L’Aquila) als auch britisch-französische hat. Im heimatlichen Wichita im Bundesstaat Kansas gehörte er der presbyterianischen Eastminster Gemeinde an, wo er auch als ehrenamtlicher Diakon tätig war. Die Eastminster Gemeinde trennte sich 2011 von der offiziellen Presbyterianischen Kirche, als die Synode die Zulassung von deklarierten Homosexuellen zum geistlichen Amt akzeptierte.