Griechischer Bischof: „Der Druck ist enorm“

Katholischer Athener Erzbischof Rossolatos verweist auf die „verzweifelten Umstände“, unter denen die Flüchtlinge an der türkisch-griechischen Grenze leben müssen

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Foto: © CDC (Quelle: Wikimedia; Lizenz: public domain)

Athen, 02.03.20 (poi) „Der Druck dieser Masse von armen Leuten ist enorm“, sagte der katholische Erzbischof in Athen, Sebastianos Rossolatos, am Montag im Gespräch mit der italienischen katholischen Nachrichtenagentur SIR im Hinblick auf die Flüchtlingssituation an der türkisch-griechischen Grenze im Raum von Edirne (Adrianopel). Wörtlich sagte der Erzbischof: „Die Flüchtlinge stoßen einerseits mit den griechischen Sicherheitskräften zusammen, die sie am Übertritt auf griechisches Territorium hindern wollen, andererseits mit den Türken, die sie drängen, nachdem sie die Flüchtlinge mit Bussen und Taxis gratis an die türkisch-griechische Grenze gebracht haben“. Die Menschen würden in „verzweifelten Umständen“ leben, im Freien schlafen und ohne jede Hilfe sein.

Die Flüchtlinge, die jetzt die türkisch-griechische Grenze im Raum Kastanies überschreiten wollen, kämen nicht aus der zwischen der syrischen Regierung und islamistischen Milizen umkämpften Region Idlib, vielmehr handle es sich um Menschen, die seit Monaten oder Jahren in der Türkei, vor allem im Raum Konstantinopel, aufgenommen worden seien. Erzbischof Rossolatos deutete an, dass von türkischer Seite auf der eigenen Grenzseite auch die Stacheldrahtzäune abgebaut würden. Das Ziel Ankaras sei es, die Flüchtlinge nach Griechenland abzudrängen, um die Europäische Union unter Druck zu setzen.

Im griechischen Westthrakien wird inzwischen die Nachricht positiv kommentiert, dass am Dienstag die Vorsitzenden der Europäischen Kommission (Ursula von der Leyen), des Europäischen Parlaments (David Sassoli) und des Europäischen Rates (Charles Michel) in Begleitung des griechischen Ministerpräsidenten Kyriakos Mitsotakis das Grenzgebiet aufsuchen werden.