Hagia Sophia: Griechische Präsidentin schreibt an 14 Staatsoberhäupter

Appell zur Verurteilung der türkischen Entscheidung zur Umwandlung der einstigen Kathedrale und späteren musealen Stätte in eine Moschee – „Symbol von Koexistenz und Dialog“ darf nicht zum „Symbol von Eroberung und Intoleranz“ werden

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Foto ©: Arild Vågen (Quelle: Wikipedia, Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported)

Athen, 07.08.20 (poi) Die griechische Präsidentin Katerina Sakellaropoulou hat brieflich an 14 europäische Staatsoberhäupter appelliert, die türkische Entscheidung zur Umwandlung eines „emblematischen Monuments der europäischen Geschichte wie es die Hagia Sophia ist“ zu verurteilen. Die Hagia Sophia sei ein „integraler Bestandteil des gemeinsamen europäischen Erbes“, so die Präsidentin. Die Kathedrale stelle ein „einmaliges Zusammenspiel von Kunst und Glaube“ dar und deswegen sei sie von der UNESCO zu einem Welterbe-Denkmal erklärt worden. Die Hagia Sophia stehe daher unter dem Schutz der 1972 von den UNESCO-Mitgliedsstaaten beschlossenen Konvention zum Schutz des kulturellen Welterbes. Die türkische Staatsführung aber habe die Hagia Sophia statt sie als „Symbol von Toleranz, friedlicher Koexistenz und Dialog“ zwischen unterschiedlichen Kulturen und Religionen zu erhalten, in ein „Symbol von Eroberung, Intoleranz, Ausschließung und Verdacht“ verwandelt.

Es sei die Pflicht aller, die Stimme zu erheben, um die türkische Entscheidung zu verurteilen, so Katerina Sakellaropoulou laut „Orthodox Times“ in ihrem Brief an die Staatsoberhäupter. Die Türkei müsse im Hinblick „auf den außerordentlichen universalen Wert dieses einmaligen Meisterwerks der Architektur“ weiterhin gedrängt werden, die Entscheidung zurückzunehmen. Mit Bundespräsident Alexander Van der Bellen sind auch die Staatsoberhäupter von Deutschland, Italien, Portugal, Irland, Bulgarien, Estland, Lettland, Ungarn, Polen, Slowenien, Kroatien, Malta und Finnland Empfänger des Briefes aus Athen.