Heiliger Synod der orthodoxen Kirche von Zypern äußert sich zur Kirche in der Ukraine

Noch keine Anerkennung der neuen „Orthodoxen Kirche der Ukraine“, aber die Absicht des Ökumenischen Patriarchats, durch die Zuerkennung der Autokephalie Frieden und Einheit unter den orthodoxen Christen der Ukraine herzustellen, wird nicht in Frage gestellt

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Foto: © Anna Anichkova (Quelle: Wikimedia; Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported)

Nicosia, 19.02.19 (poi)  Der Heilige Synod der orthodoxen Kirche von Zypern hat am Montag zur Frage der Kirche in der Ukraine Stellung genommen. Die  neue „Orthodoxe Kirche der Ukraine“ wird von der Kirche Zyperns nicht anerkannt, die Absicht des Ökumenischen Patriarchats, durch die Zuerkennung der Autokephalie (Selbständigkeit) Frieden und Einheit unter den orthodoxen Christen der Ukraine herzustellen, wird aber nicht in Frage gestellt. Dieses Ziel des Ökumenischen Patriarchats sei aber bisher nicht erreicht worden. Sollte „Frieden und Einheit“ in der ukrainischen Orthodoxie dauerhaft nicht hergestellt werden können, dann müsse der Ökumenische Patriarch als „Primas der Orthodoxie“ entweder ein panorthodoxes Konzil oder eine Versammlung der Oberhäupter der autokephalen orthodoxen Kirchen einberufen. Die Hauptsorge müsse dem Heil des „Volkes Gottes in der Ukraine“ gelten.

Ausdrücklich hält der Heilige Synod der Kirche von Zypern fest, dass in jedem Fall das Ökumenische Patriarch einen Weg finden müsse, um das „Gewissen der Gläubigen“ im Hinblick auf die Gültigkeit der  von „Patriarch“ Filaret (Denisenko) und Metropolit Makarij (Maletytsch) vorgenommenen Bischofs- und Priesterweihen „zu beruhigen“. Filaret und Makarij waren vom Moskauer Patriarchat suspendiert und exkommuniziert, im Herbst des Vorjahrs aber vom Patriarchat von Konstantinopel rehabilitiert worden. Nach orthodoxem Kirchenrecht sind Weihehandlungen, die von suspendierten und exkommunizierten Bischöfen vollzogen wurden, in jedem Fall ungültig und nichtig. Der Heilige Synod der Kirche von Zypern betont, dass die 2.000-jährige Erfahrung der zypriotischen Kirche und der orthodoxen Gesamtkirche Anlass zu Zweifeln an der „Möglichkeit einer rückwirkenden Anerkennung“ der von suspendierten und exkommunizierten Bischöfen erteilten Bischofs- und Priesterweihen gibt. Alle orthodoxen Kirchen hätten vor mehr als 20 Jahren die Strafmaßnahmen des Moskauer Patriarchats gegen „einige Personen“ akzeptiert, die „in der ukrainischen Krise eine Schlüsselrolle gespielt   haben“´.

Eher vage fordert der zypriotische Heilige Synod unter Bezugnahme auf die „Taufe der Rus“ im Jahr 988 das Ökumenische Patriarchat auf, für eine Jurisdiktion der russisch-orthodoxen Kirche an jenem Ort zu sorgen, „wo die Vorfahren der heutigen Russen getauft wurden“.