Hochkarätige Tagung über den „Berg der Knechte Gottes“

PRO ORIENTE Salzburg und Kooperationspartner laden am 7. September zu einer Podiumsveranstaltung mit Erzbischof Lackner und Karl Habsburg-Lothringen über das bedrohte christliche Erbe des "Tur Abdin" in der Südosttürkei

0
41
Foto: © Andrew Bossi (Quelle: Wikipedia, Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 2.5 Generic)

Salzburg, 02.09.21 (poi) Dem „Tur Abdin“ in der Südosttürkei ist am Dienstag, 7. September, eine Podiumsdiskussion in Salzburg mit Erzbischof Lackner und Karl Habsburg-Lothringen gewidmet, zu der u.a. auch die Salzburger PRO ORIENTE-Sektion einlädt. Der „Tur Abdin“ ist das einstige Kerngebiet der Syrisch-orthodoxen Kirche. Es beherbergt Klöster und Kirchen, deren Präsenz bis in die ersten christlichen Jahrhunderte zurückreicht. Um 1900 gab es in der Region noch 200.000 Christinnen und Christen, aktuell sind es nur mehr 2.500. Karl Habsburg-Lothringen setzt sich mit der Organisation „Blue Shield International“, deren Präsident er von 2014 bis 2020 war, für die Bewahrung des bedrohten christlichen Erbes dieser Region ein.

Habsburg-Lothringen besuchte im Sommer 2020 den „Tur Abdin“, um sich persönlich ein Bild zu machen. Auf dem Besuchsprogramm des „Blue Shield“-Präsidenten standen u.a. die Klöster Deyrulzafaran, Mor Gabriel, Mor Augin, Mor Yakoub (Salah) und Mor Yakoub (Karno), die antike Jakobskirche in Nisibis und die berühmte Marienkirche in Hah. Er traf mit den beiden Abtbischöfen Timotheos (Mor Gabriel) und Philoxenos (Deyrulzafaran) zusammen, suchte aber genauso das Gespräch mit der lokalen Bevölkerung in den Dörfern der Region.

Karl Habsburg-Lothringen wird in Salzburg über seine Reiseeindrücke berichten. Zuvor wird Erzbischof Lackner zum Thema „Verantwortung der Weltkirche für das Syrische Christentum“ sprechen.

Begleitet bzw. geführt wurde Habsburg-Lothringen bei seinem Tur Abdin-Besuch vom syrisch-orthodoxen Theologen Aho Shemunkasho, der in Salzburg lehrt, ursprünglich aber aus dem Tur Abdin stammt. Er wird bei der Veranstaltung zum Thema „Hoffnung und Angst um das Überleben des Tur Abdins und Fortbestand des christlichen Erbes“ sprechen.

Der Name „Tur Abdin“ ist aramäisch und bedeutet „Berg der Knechte Gottes“. Damit wird Bezug genommen auf die zahlreichen Mönche des syrischen Christentums, die sich ab dem 4. Jahrhundert in dieser Region ansiedelten. Von der einst glanzvollen christlichen Vergangenheit ist heute nicht mehr viel übrig. Rund 80 Klöster gab es einst. Heute sind nur mehr sechs ständig bewohnt.

Der Titel der Veranstaltung im Kardinal-Schwarzenberg-Haus (Kapitelplatz 3, 5020 Salzburg, Beginn 19 Uhr) lautet: „Verantwortung der Weltkirche und Weltgemeinschaft für das christliche Erbe des Tur Abdin: Hoffnung und Angst um die Zukunft.“ Veranstalter sind die Erzdiözese Salzburg, das „Zentrum zur Erforschung des Christlichen Ostens“ (ZECO) an der Paris-Lodron-Universität, Blue Shield Austria, das Syrische Institut Salzburg und PRO ORIENTE Salzburg.