Hohe Ökumene-Auszeichnung für rumänisch-orthodoxen Metropoliten Serafim

Der auch für Österreich zuständige Bischof erhält den "Abt-Emmanuel-Heufelder-Preis" der Benediktinerabtei Niederaltaich - Preisverleihung am 9. August

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Foto: © Bischöfliche Pressestelle Hildesheim (bph) (Quelle: Wikimedia)

München/Wien, 04.08.21 (poi) Der Abt-Emmanuel-Heufelder-Preis der Benediktinerabtei Niederaltaich geht an den rumänisch-orthodoxen Metropoliten Serafim (Joanta). Er steht der rumänisch-orthodoxen Erzdiözese von Deutschland, Österreich und Luxemburg vor und ist Metropolit von Deutschland, Zentral- und Nordeuropa. Der Preis, der heuer zum elften Mal vergeben wird, gehört zu den renommiertesten ökumenischen Auszeichnungen im deutschen Sprachraum. Es werden damit Einrichtungen und Personen gewürdigt, die sich in besonderer Weise für die ökumenische Verständigung und Annäherung zwischen der katholischen Kirche und den Ostkirchen engagieren. Der Preis ist heuer mit 7.500 Euro dotiert. Die öffentliche Preisverleihung findet im Rahmen einer Akademischen Feier am 9. August in Niederaltaich statt. (Die Verleihung musste coronabedingt von 2020 auf 2021 verschoben werden.)

Metropolit Serafim (72) hat seine Ämter als Erzbischof und Metropolit seit 1994 inne. Nachdem er am 11. März 1990 zum Bischof geweiht worden war, war er zunächst mit dem Titel eines Bischofs von Făgăraș in den Verantwortungsbereichen Mission, Katechese und Diakonie in der rumänischen Erzdiözese Sibiu in Siebenbürgen tätig – in einer Funktion, die in etwa der eines Weihbischofs in der katholischen Kirche entspricht. Sein Lizenziatsdiplom hatte er in der theologischen Hochschule in Sibiu erworben, später war er u.a. als Museograph und Priester in der Bistumskathedrale in Alba Iulia tätig. Ab 1982 studierte er am Orthodoxen Theologischen Institut „St. Serge“ in Paris, wo er 1985 promovierte. Seit 2018 ist Metropolit Serafim der orthodoxe Ko-Vorsitzende des orthodox-katholischen theologischen Arbeitskreises St. Irenäus. Der Metropolit wird im Rahmen der Preisverleihung in Niederaltaich einen Vortrag zum Thema „Heimat und Transzendenz“ halten.

Der „Abt-Emmanuel-Heufelder-Preis“ wurde vom deutschen Rechtsanwalt Hanns Gierlichs (1907-1993) in Dankbarkeit gegenüber seinen konfessionsverschiedenen Eltern gestiftet. Emmanuel Heufelder (1898-1982), an dessen ökumenische Pionierleistung Gierlichs durch die Namensgebung des Preises erinnern wollte, leitete von 1934 bis 1968 (zunächst als Prior, seit 1949 als Abt) die Benediktinerabtei Niederaltaich in Bayern. Er gab dem Kloster die ökumenische Ausrichtung, die besonders vom Miteinander zweier kirchlicher Traditionen mit ihren Gottesdiensten im römischen und byzantinischen Ritus geprägt ist.

Der „Abt-Emmanuel-Heufelder-Preis“ wurde erstmals 1992 vergeben. Zu den bisherigen Preisträgerinnen und Preisträgern gehören u.a. die österreichische „Mutter der Ökumene“ Oberin Christine Gleixer und der Grazer orthodoxe Ökumene-Experte und Vize-Vorsitzende der Grazer PRO ORIENTE-Sektion Prof. Grigorios Larentzakis (beide 2009). 1998 wurden der damalige rumänisch-orthodoxe Metropolit und heutige Patriarch Daniel (Ciobotea),der damalige katholische Bischof von Iasi (Rumänien), Petru Gherghel, sowie der Wiener Ostkirchenexperte und PRO ORIENTE-Konsultor Prof. Ernst Christoph Suttner ausgezeichnet. Die Stiftung PRO ORIENTE erhielt den Preis 2006. Seit 2019 ist ein Mitglied der Mönchsgemeinschaft von Niederaltaich, P. Johannes Hauck, als Konsultor der Stiftung PRO ORIENTE tätig.