Immer mehr Schülerinnen und Schüler im orthodoxen Religionsunterricht in Österreich

Bericht der Pariser Website „orthodoxie.com“ – Metropolit Arsenios unterstreicht besondere Aufgabe der Religionslehrerinnen und –lehrer, in einer Gesellschaft, in der es verpönt ist, im öffentlichen Raum über Gott zu sprechen, den Kindern und Jugendlichen von Christus zu erzählen

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Foto: © Bwag (Quelle: Wikimedia; Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0 International)

Wien-Paris, 08.07.19 (poi) Mehr und mehr Schülerinnen und Schüler besuchen in Österreich den orthodoxen Religionsunterricht. Dies berichtete die in Paris erscheinende Website „orthodoxie.com“ am Montag in ihrem Aufmacher. Im zu Ende gegangenen Schuljahr 2018/19 hätten 13.600 Schülerinnen und Schüler an 1.000 Schulstandorten in ganz Österreich am orthodoxen Religionsunterricht teilgenommen. Im Schuljahr 2017/18 seien es nur 12.682 Kinder und Jugendliche an 912 Schulstandorten gewesen. Vor 15 Jahren hätten erst rund 5.000 Kinder und Jugendliche am orthodoxen Religionsunterricht teilgenommen, im Schuljahr 2012/13 seien es 10.003 gewesen.

„orthodoxie.com“ erinnert daran, dass in Österreich der orthodoxe Religionsunterricht 1991 eingeführt wurde. Metropolit Arsenios (Kardamakis) betrachte die Aufgabe der Religionslehrerinnen und –lehrer als überaus bedeutsam. In einer Gesellschaft, in der es oft verpönt ist, im öffentlichen Raum über Gott zu sprechen, hätten die Religionslehrerinnen und –lehrer die besondere Funktion, den Kindern und Jugendlichen über Gott zu erzählen und so ihren Glauben zu stärken.

Dies hatte der Metropolit auch bei einer Begegnung mit den orthodoxen Religionslehrerinnen und –lehrern aus ganz Österreich am Ende des Schuljahrs in Wien betont. Die Begegnung begann mit der Feier der Göttlichen Liturgie in der orthodoxen Dreifaltigkeitskathedrale am Fleischmarkt, wobei zwölf Priester und ein Diakon aus verschiedenen Städten und Jurisdiktionen mit dem Metropoliten konzelebrierten. Metropolit Arsenios unterstrich die Bedeutung der zentralen Glaubensbotschaft des Christentums: Das Wort Gottes ist in Jesus Christus Mensch geworden, er hat gelitten, ist von den Toten auferstanden und zum Himmel emporgestiegen. Jesus Christus ziehe den Menschen aus dem Grab und mit sich ins Paradies, wie es auf den orthodoxen Osterikonen dargestellt ist. Diesen Glauben zu verkünden und zu verbreiten, sei die Aufgabe der Priester und in besonderer Weise auch der Religionslehrerinnen und –lehrer.

Im Verlauf der Begegnung erläuterte der stellvertretende Leiter des orthodoxen Schulamts (und Fachinspektor für Wien und Ostösterreich), Branislav Djukaric die „rechtlichen Rahmenbedingungen für den Religionsunterricht“ und erläuterte grundrechtliche, schulrechtliche, dienstrechtliche und organisatorische Belange des Religionsunterrichts. Die Leiterin der Rechtsabteilung des Schulamts der Erzdiözese Wien, Birgit Moser-Zoundjiekpon, referierte zur bevorstehenden Einführung des Ethikunterrichts an österreichischen Schulen.