Immobilienstreit in Jerusalem: Kirchenführer stellen sich hinter orthodoxes Patriarchat

Es geht um Gebäude am Jaffa-Tor, die dem griechisch-orthodoxen Patriarchat gehörten und unter umstrittenen Bedingungen von der Organisation „Ateret Cohanim“ erworben wurden – Patriarchat wird den Obersten Gerichtshof anrufen

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Foto ©: Andrew Shiva (Quelle: Wikimedia, Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0 International)

Jerusalem, 08.07.20 (poi) „Radikale” jüdische Gruppen, die sich um den Erwerb kirchlicher Immobilien im historischen christlichen Viertel der Altstadt von Jerusalem bemühen, wollen die pluralistische Identität der Heiligen Stadt in Frage stellen, insbesondere die christliche Präsenz schwächen und Unsicherheit und Einschüchterung gegenüber den christlichen Pilgern auslösen. Dies betonen die 13 Patriarchen und Bischöfe der Kirchen von Jerusalem in Bezug auf Immobilientransaktionen, die ihrer Meinung nach darauf abzielen, den „Status quo“ des Zusammenlebens in der Altstadt zu untergraben.

In ihrer gemeinsamen Erklärung, die am 7. Juli veröffentlicht wurde, verweisen die Patriarchen und Bischöfe ausdrücklich auf eine am 24. Juni vom Bezirksgericht Jerusalem getroffene Entscheidung, mit der ein Antrag des griechisch-orthodoxen Patriarchats auf Annullierung des Erwerbs von drei Immobilien am Jaffa-Tor durch die Organisation “Ateret Cohanim” zurückgewiesen wurde. In der gemeinsamen Erklärung, die u.a. vom orthodoxen Patriarchen Theophilos III., Erzbischof Pierbattista Pizzaballa, und Franziskaner-Kustos P. Francesco Patton unterzeichnet wurde, wird betont, dass der Rechtsstreit um die Gebäude, die einst im Besitz des griechisch-orthodoxen Patriarchats waren, nicht als „einfacher Eigentumsstreit“ abgetan werden könne. Der Immobilienstreit zeige vielmehr, dass es Kräfte gibt, die die Rechte der allgemein anerkannten Kirchen in Jerusalem in Frage stellen wollen. Aus diesem Grund äußern die Kirchenoberhäupter ihre Besorgnis über das jüngste Urteil des Bezirksgerichts Jerusalem und betonen, dass sie mit „den Bemühungen der griechisch-orthodoxen Kirche um Herstellung von Gerechtigkeit“ solidarisch seien. Die Patriarchen und Bischöfe wenden sich direkt an die israelische Regierung mit der Bitte, „Maßnahmen zu ergreifen, um die Integrität des christlichen Erbes und der christlichen Besitztümer in der Altstadt zu gewährleisten sowie die heiligen Stätten und die Rechte der Bewohner des christlichen Viertels von Jerusalem zu schützen“.

Mit dem Urteil des Bezirksgerichts Jerusalem vom Juni sollte das jahrelange Kräftemessen um die umstrittenen Gebäude am Jaffa-Tor endgültig beendet werden. Das griechisch-orthodoxe Patriarchat von Jerusalem kündigte aber an, weitere rechtliche Schritte ergreifen und den Obersten Gerichtshof Israels anrufen zu wollen.