In der Kasachischen Republik wurde ein Ökumenischer Rat der Kirchen gegründet

Präsentation des neuen Gremiums in der zentralasiatischen Republik erfolgte in der Weltgebetswoche für die Einheit der Christen

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Foto: © Roman Plischke (Quelle: Wikimedia; Lizenz: GNU Free Documentation License)

Astana, 26.01.20 (poi) In der Kasachischen Republik wurde ein Ökumenischer Rat der Kirchen ins Leben gerufen, in dem die russisch-orthodoxe, die katholische und die evangelisch-lutherische Kirche vertreten sind. Dies bestätigte der Vorsitzende der katholischen Bischofskonferenz des Landes (und Bischof von Almaty, der größten kasachischen Stadt), Jose Luis Mumbiela Sierra, im Gespräch mit der Nachrichtenagentur „Fides“: „Der Rat wurde anlässlich der Weltgebetswoche für die Einheit der Christen der kasachischen Öffentlichkeit präsentiert. Die erste offizielle Sitzung hatte bereits am 13. Jänner stattgefunden, am 25. Jänner veranstalteten wir ein ökumenisches Gebetstreffen“. Die Initiative, die auch vom Apostolischen Nuntius Francis A. Chullikatt gefördert und unterstützt werde, sei ein wichtiges „Zeichen der Einheit“. Bischof Mumbiela Sierra (der aus Spanien stammt): „Wir freuen uns sehr, dass die Idee Gestalt angenommen hat, denn dies ermöglicht uns auch, unsere Beziehungen in der Region zu verbessern“.

Der Bischof von Almaty (die Millionenstadt trug in sowjetischer Zeit den Namen Alma-Ata, im russischen Kaiserreich wurde sie Wernyj genannt) ist nicht nur Vorsitzender der kasachischen Bischofskonferenz ist, sondern auch Präsident der Caritas und Kommunikationsbeauftragter der Bischofskonferenz. Im Gespräch mit „Fides“ sagte der Bischof: „Die Caritas weitet ihren Aktionsradius aus und das gleiche geschieht auf dem Sektor der sozialen Kommunikation. Wir haben ein großes Verlangen nach Wachstum und träumen davon, das Evangelium zu bezeugen und zu verbreiten und damit auf die Einladung Jesu zu antworten. Es ist ein Wunsch, der auch für unsere Diözese Almaty gilt: Wir planen, neue Pfarrgemeinden zu gründen“.

In der betriebsamen Metropole Almaty geht es Bischof Mumbiela Serra auch darum, die Kontinuität der Präsenz der katholischen Kirche in der Kasachischen Republik unter Beweis zu stellen. Daher beauftragte er eine kasachische Künstlerin, ein Bild jener Franziskaner zu malen, die im 14. Jahrhundert auf dem heute kasachischen Territorium als Märtyrer für den Glauben gestorben sind. „Wir möchten damit daran erinnern, dass der katholische Glaube nicht erst durch das Russische Reich und die polnischen, litauischen und russlanddeutschen Deportierten in stalinistischer Zeit in diese Gegenden gekommen ist“. Den Katholiken in der Kasachischen Republik gehe es darum, diese Vorfahren im Glauben zu ehren, die ihr Leben für das Evangelium gegeben hätten.

Die Umgangs- und Liturgiesprache der kasachischen Katholiken von heute ist das Russische. Bischof Mumbiela Serra möchte aber auch die Glaubensverkündigung in kasachischer Sprache fördern: „Wir werden sehen, welche Früchte das bringt. Aber es ist jedenfalls ein wichtiges Zeichen für unsere Ortskirche“.