In Paris wird der Glaubenszeugen des 20. und 21. Jahrhunderts gedacht

Ökumenisches Gebet am Montag der Karwoche – Eine Woche später in Notre-Dame ein Gedenkgottesdienst für die Opfer des Völkermords an den Armeniern statt

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Foto: © Myrabella / Wikimedia Commons / CC BY-SA 4.0 (Quelle: Wikimedia; Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0 International)

Paris, 11.04.19 (poi) Auf Initiative der Gemeinschaft Sant’Egidio findet am Montag der Karwoche, 15. April, in der Pariser Innenstadt-Kirche Notre-Dame-des-Champs ein „Gebet der Glaubenszeugen des 20. und 21. Jahrhunderts“ statt. Das ökumenische Gebet um 20 Uhr wird vom Generalvikar der Erzdiözese Paris, Msgr. Benoist de Sinety, geleitet. Er wird von Pastor Francois Claivairoly, dem Vorsitzenden der „Federation protestante de France“ und Erzpriester Serge Sollogub von der Erzeparchie für die Gemeinden russisch-orthodoxer Tradition in Westeuropa unterstützt. Zahlreiche Persönlichkeiten aus der Ökumene und viele Gläubige, denen das Gedenken an die Märtyrer der neuesten Zeit ein Anliegen ist, werden am 15. April in Notre-Dame-des-Champs erwartet.

Eine Woche später, am 22. April, findet in der Pariser Kathedrale Notre-Dame ein Gedenkgottesdienst für die Opfer des Völkermords an den armenischen Christen ab 1915 im Osmanischen Reich statt. Der Bischof der armenisch-katholischen Eparchie Sainte-Croix-de-Paris, Elie Yeghiayan, zelebriert diesen Gottesdienst im armenischen Ritus um 15:30 Uhr. Der Gottesdienst findet im Hinblick auf den 24. April, den Gedenktag des Völkermords, statt.

Am Morgen des 24. April 1915 hatte die osmanische Geheimpolizei in einer großangelegten Aktion in Konstantinopel hunderte armenische Persönlichkeiten – Abgeordnete, Chefredakteure, Industrielle, Wissenschaftler, Künstler, Priester – verhaftet. Die Verhafteten wurden vom Bahnhof Haydarpascha am asiatischen Ufer des Bosporus aus nach Anatolien verbracht, wo die meisten ermordet wurden. Der Aktion gegen die armenische Elite folgten in allen Teilen des Osmanischen Reiches Vertreibungsaktionen gegen die armenische Bevölkerung. Nach Schätzungen fanden dabei insgesamt 1,5 Millionen Menschen den Tod.