In Sergijew Posad soll großangelegtes orthodoxes kulturelles Zentrum entstehen

Repräsentanzen aller autokephalen orthodoxen Kirchen sollen zu Intensivierung des kulturellen Austausches im orthodoxen Bereich beitragen

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Foto ©: Grachev (Quelle: Wikimedia, Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported)

Moskau, 18.08.18 (poi) In Sergijew Posad, der Klosterstadt östlich von Moskau, soll ein großangelegtes orthodoxes kulturelles Zentrum entstehen. Dies berichtete der Vorsitzende des Patriarchats-Gremiums für kirchliche Kunst, Architektur und Denkmalschutz, Erzpriester Leonid Kalinin, im Gespräch mit der russischen Nachrichtenagentur TASS. Das Zentrum soll u.a. ein Museum, eine Bibliothek und Repräsentanzen aller autokephalen orthodoxen Kirchen umfassen. Geplant sei ein moderner Bau in der Nähe der Klosteranlage, in dem mit Hilfe neuester museumstechnischer Mittel jungen Leuten und Touristen ein Zugang zur Geschichte der St. Sergius-Lawra, zu den Traditionen der orthodoxen Kultur und zu „wichtigen Wendepunkten der russischen Geschichte“ erschlossen werden soll. Zu diesen „Wendepunkten“ zählte Kalinin u.a. die von den Schülern des Heiligen Sergius von Radonesch ausgehende orthodoxe Durchdringung des heutigen russischen Nordens in Europa und Asien und die Verteidigung der Lawra während der „Zeit der Wirren“ („Smuta“) 1612, als sich der polnisch-litauische (und zeitweise auch schwedische) König Sigismund III. Wasa des russischen Zarenthrons bemächtigen wollte. Von den Repräsentanzen der autokephalen orthodoxen Kirchen in Sergijew Posad erhofft sich der Erzpriester eine Intensivierung des kulturellen Austausches im ganzen orthodoxen Bereich.

Der Moskauer Patriarch Kyrill I. hatte kürzlich bei einer Sitzung des Stiftungskomitees der Lawra dafür plädiert, die Stadt Sergijew Posad so auszugestalten, dass sie dem besonderen Rang der St. Sergius-Lawra als einem der geistlichen Zentren des russisch-orthodoxen Patriarchats gerecht wird.