Internationale Kommission für den theologischen Dialog zwischen katholischer Kirche und orientalisch-orthodoxen Kirchen tagt in Beirut

Syrisch-orthodoxer Patriarch Mor Ignatios Aphrem II. empfing die Kommissionsmitglieder: „Dialog bringt die getrennten Kirchen der ‚Einheit in Christus‘ näher“ – Salzburger Ostkirchenexperte Prof. Winkler ist einer der Teilnehmer der Tagung

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Foto ©: Garzo (Quelle: Wikimedia, Lizenz: Creative Commons CC0 1.0 Universal Public Domain Dedication)

Beirut, 29.01.20 (poi) Die internationale Kommission für den offiziellen theologischen Dialog zwischen der römisch-katholischen Kirche und den orientalisch-orthodoxen Kirchen tagt derzeit in Beirut. Unter den Teilnehmenden ist auch der Salzburger Ostkirchenexperte (und Vorsitzende der Salzburger „Pro Oriente“-Sektion) Prof. Dietmar W. Winkler. Tagungsort ist die syrisch-orthodoxe Patriarchalresidenz im libanesischen Atchaneh. Am Montag, 27. Jänner, empfing der syrisch-orthodoxe Patriarch Mor Ignatios Aphrem II. nach dem Abendgebet die Kommissionsmitglieder. Dabei unterstrich der Patriarch die Bedeutung des zwischenkirchlichen Dialogs und betonte, dass dieser Dialog die getrennten Kirchen der „Einheit in Christus“ näher gebracht habe. Mor Ignatios Aphrem II. hob die Rolle der „apostolischen“ Kirchen bei der Bewahrung des Glaubens und der Lehre der Apostel und der Kirchenväter hervor. Der Patriarch würdigte die Arbeit der katholisch-orientalisch orthodoxen Dialogkommission und ermutigte die Anstrengungen, die „unterschiedlichen kirchlichen Traditionen“ einander anzunähern, um endlich die „vollständige Einheit“ zu erreichen. Kardinal Kurt Koch, Präsident des Päpstlichen Rates für die Einheit der Christen und katholischer Ko-Vorsitzender der internationalen Kommission, erläuterte dem Patriarchen den Stand des katholisch-orientalisch orthodoxen Dialogs.

Im Rahmen der Arbeiten der Kommission besuchte der syrisch-orthodoxe Patriarch am Dienstag, 28. Jänner, seinen syrisch-katholischen Amtsbruder Mor Ignatios Yousef III. Younan an dessen Amtssitz in Beirut. An diesem ökumenischen Treffen nahmen auch die beiden Ko-Vorsitzenden der katholisch-orientalisch orthodoxen Dialogkommission – Kardinal Koch und der koptisch-orthodoxe Metropolit Anba Kyrillos – sowie der Apostolische Nuntius in Beirut, Erzbischof Joseph Spiteri, und verschiedene Mitglieder der Dialogkommission teil. Der syrisch-katholische Patriarch ging in seiner Ansprache auf den Heiligen Ephrem den Syrer ein, dessen Fest am 28. Jänner gefeiert wird. Er verwies darauf, dass der Heilige – einer der großen syrischen Kirchenväter – vor 100 Jahren von der katholischen Kirche als Heiliger der ganzen Weltkirche anerkannt wurde. Zugleich unterstrich der Patriarch an Hand der Werke des Heiligen die Bedeutung des theologischen Dialogs im Hinblick auf die Annäherung der Kirchen.