Irak: Chaldäische Eparchie Zakho wieder erstanden

Die Stadt im strategischen Dreiländereck Irak-Syrien-Türkei gilt als „Herz der chaldäischen Welt“ – Der erwählte Bischof Felix Dawood Al-Shabi war bisher in der nordamerikanischen Diaspora tätig

0
146
Foto: © Österreichisches Außenministerium (Quelle: Wikimedia, Lizenz: Creative Commons Attribution 2.0 Generic)

Bagdad, 03.07.20 (poi) Im strategischen Dreiländereck Irak-Syrien-Türkei ist die chaldäisch-katholische Eparchie Zakho wieder erstanden (die Eparchie war bisher mit der benachbarten Eparchie Amadiya vereint). Zum Bischof wurde der 45-jährige Chorepiskopos Felix Dawood Al-Shabi ernannt, der bisher in der chaldäisch-katholischen Eparchie Saint Peter Apostle in San Diego tätig war, wo er als Bischofsvikar für die chaldäischen Gläubigen im Bundesstaat Arizona Verantwortung trug. Die Entscheidungen für Zakho – das als „Herz der chaldäischen Welt“ gilt – traf der chaldäisch-katholische Patriarch, Kardinal Mar Louis Raphael Sako, in Übereinstimmung mit dem Heiligen Synod seiner Kirche. Papst Franziskus erteilte seine Zustimmung zur Wahl von Bischof Al-Shabi.

Der neue Bischof von Zakho – dessen Weihe erst erfolgen kann, wenn die sehr rigorosen „Lockdown“-Bestimmungen im Irak aufgehoben sind – möchte die christliche Identität und die christlichen Wurzeln der Menschen in der geschichtlich bedeutsamen Stadt stärken, wie er in einem Interview mit der katholischen Nachrichtenagentur „AsiaNews“ sagte. In Zakho ist das Aramäische (Suryoyo) noch Alltagssprache, umso größer ist die Sehnsucht des bisher in der Diaspora tätigen Bischofs, bald in seine Bischofsstadt übersiedeln zu können (derzeit sind wegen der Corona-Pandemie die Verkehrsverbindungen noch unterbrochen). Immerhin hat der erwählte Bischof am 27. Juni aus der Hand des Präfekten der vatikanischen Ostkirchenkongregation, Kardinal Leonardo Sandri, das violette Bischofs-Solideo erhalten.

Die Eparchie Zakho umfasst, so Bischof Al-Shabi, drei Pfarrgemeinden in der Stadt und mindestens 14 unterschiedlich große Dörfer in der Umgebung. In manchen dieser Dörfer leben 30 chaldäische Familien, andere umfassen bis zu 300 Familien. Außer den chaldäisch-katholischen Christen leben in der Eparchie auch syrisch-katholische und armenisch-apostolische Gläubige. In der Seelsorge sind drei zölibatäre und sieben verheiratete Priester tätig. Ein Priesterseminarist hat seine Ausbildung abgeschlossen, er wird im Herbst geweiht werden. In Zakho gibt es auch chaldäisch-katholische Ordensfrauen, die ein Kloster in unmittelbarer Nähe der Kathedrale haben und ein Schulzentrum betreiben – mit Einrichtungen vom Kindergarten bis zum Gymnasium. Bischof Al-Shabi betrachtet die katholischen Schulen als besonders wichtig für die Vertiefung des Glaubens, nicht zuletzt im Hinblick auf die auch in Kurdistan spürbare Aktivität neoprotestantischer Gruppierungen.

Die allgemeine Situation in der Eparchie Zakho betrachtet der neue Bischof mit gelassenem Realismus. Die Christen seien eine Minorität und hätten etwa im Bereich des Arbeitsmarktes nicht so viele Möglichkeiten. Al-Shabi: „Aber ich möchte ihnen Mut machen, als Bruder mit meinen Brüdern und Schwestern“. Essenziell sei es, eine aktive Evangelisierung wieder aufzunehmen.

Al-Shabi stammt aus dem Städtchen Karamles in der Ninive-Ebene. Er studierte am „Babel College“ in Bagdad und am Päpstlichen Orientalischen Institut in Rom. Am 29. Juni 1998 wurde er in Bagdad vom damaligen chaldäischen Patriarchen Raphael Bidawid zum Priester geweíht. Er war zunächst als Priester in Mosul tätig, bis er nach Kalifornien übersiedeln musste. Mit den Neumärtyrern von Mosul – Erzbischof Paul Faraj Rahho und P. Ragheed Ganni (ein Cousin Al-Shabis) – fühlt sich der neue Bischof von Zakho besonders verbunden.