Irakische Post bringt Briefmarkenserie über Kirchen an Euphrat und Tigris heraus

Teil der Positivkampagne von Seiten der neuen politischen Führung in Bagdad

0
48
Foto: © Post of Iraq (Quelle: Wikimedia; Lizenz: public domain)

Bagdad, 02.10.20 (poi)  Die irakische Postverwaltung hat erstmals eine Briefmarkenserie herausgebracht, die historisch bedeutsame christliche Gotteshäuser im Land an Euphrat und Tigris abbildet. Die Serie umfasst acht Motive, die Gotteshäuser aus verschiedenen Regionen zeigt. Es handelt sich um Gotteshäuser unterschiedlicher Kirchen, u.a. der chaldäisch-katholischen, der assyrisch-orthodoxen und der syrisch-orthodoxen Kirche. Die Serie wurde von dem irakischen Künstler Saad Ghazi entworfen. Die erste Auflage der auch für Philatelisten interessanten Serie wird in den irakischen Postämtern angeboten.

Die Initiative der irakischen Postverwaltung sei im Zusammenhang mit anderen „Gesten der Aufmerksamkeit und des Interesses“ für die christlichen Gemeinschaften von Seiten der neuen politischen Führung zu sehen, schreibt die katholische Nachrichtenagentur „Fides“. Am 10. August habe Ministerpräsident Mustafa al-Kadhimi bei einer Begegnung mit dem chaldäisch-katholischen Patriarchen, Kardinal Mar Louis Raphael Sako, die Hoffnung geäußert, dass die durch die Untaten der Islamisten vertriebenen Christen aus Mosul und der Ninive-Ebene in die Heimat zurückkehren werden. „Das Land ist die Heimat aller Iraker“, sagte der Ministerpräsident damals: „Die Christen sind die ursprünglichen Bewohner des Irak“.

US-Hilfe für christliche Flüchtlinge in Erbil

Am 24. September wurde in Erbil, der Hauptstadt der kurdischen Region des Irak, in der Josefskirche in der Vorstadt Ankawa dem chaldäisch-katholischen Erzbischof Bashar Warda ein 2,5-Millionen-Dollar-Scheck der US-Regierung für die von Warda begründete Hilfsorganisation für christliche Flüchtlinge überreicht. Derzeit leben in Erbil und Umgebung noch immer 2.500 christliche Flüchtlingsfamilien, die noch nicht zu einer Rückkehr in die Ninive-Ebene oder nach Mosul bereit sind. Erzbischof Warda war vor wenigen Wochen in Erbil mit dem US-amerikanischen Botschafter in Bagdad, Matthew Toller, zusammengetroffen und hatte ihn auf die dramatische Situation der noch in der kurdischen Hauptstadt ausharrenden Flüchtlingsfamilien aufmerksam gemacht.

Die Subvention für die Flüchtlingshilfe-Organisation Wardas kommt aus einem 204-Millionen-Dollar-Topf der US-Regierung. Erzbischof Warda war am 11. Dezember des Vorjahrs bei der Unterzeichnung des „Iraq and Syria Genocide Relief and Accountability Act“ im Weißen Haus anwesend gewesen, mit dem das Vorgehen der Dschihadisten gegen Christen und Jesiden als „Genozid“ qualifiziert wurde. Auf Grund des Gesetzes wurde offizielle US-Hilfe für Projekte zu Gunsten von religiösen Minderheiten im Irak möglich.

Der chaldäisch-katholische Patriarch, Kardinal Mar Louis Raphael Sako, hatte allerdings zuvor daran erinnert, dass nicht nur Christen „Unrecht, Gewalt und Terrorismus“ zu erdulden hatten. Auch Muslime hätten das erlitten. Man dürfe daher Christen nicht von den anderen trennen, weil das letztlich die verhängnisvolle „konfessionalistische Mentalität“ befördere.