Istanbul: Georgskathedrale nach Restaurierung wiedereröffnet

Ökumenischer Patriarch Bartholomaios I. dankte Präsident Erdogan und der „Generaldirektion für fromme Stiftungen“ für die Unterstützung der Renovierung

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Foto ©: Klearchos Kapoutsis (Quelle: Wikimedia, Lizenz: Creative Commons Attribution 2.0 Generic)

Istanbul, 20.11.17 (poi)  Die Georgskathedrale im Phanar in Istanbul – dem Sitz des Ökumenischen Patriarchen – wurde nach umfangreichen Restaurierungsarbeiten wieder geöffnet. Der Ökumenische Patriarch Bartholomaios I. – „Erzbischof von Konstantinopel, dem Neuen Rom“ – leitete am Sonntag, 19. November, die Eröffnungszeremonie. Ausdrücklich dankte der Patriarch dem türkischen Staatspräsidenten Recep T. Erdogan und der „Generaldirektion für fromme Stiftungen“ (Vakiflar) für die Unterstützung der Renovierung der Kathedrale, die von der UNESCO auf der Welterbe-Liste geführt wird.

Der Bereich der Georgskathedrale war ursprünglich eine orthodoxe Klosteranlage. Patriarch Matthaios II.  (1596–1603) erwählte die Georgskirche als seine Kathedrale, nachdem die Pammmakaristos-Kathedrale, die seit der osmanischen Eroberung der Stadt als Patriarchenkathedrale gedient hatte, auf Betreiben islamistischer Eiferer im Jahr 1601 in eine Moschee („Fethiye Cami“) umgewandelt worden war. Heute ist die Pammakaristos-Kathedrale mit ihren großartigen Mosaiken ein Museum.

Die Georgskathedrale wurde im Laufe der Zeit mehrfach verändert, von der originalen Struktur sind nur noch wenige Bestandteile erhalten. Patriarch Timotheos II. (1612–1620) erneuerte und vergrößerte die Kathedrale im Jahre 1614. Im frühen 18. Jahrhundert wurde die Kathedrale von einem Feuer beschädigt. Im Jahre 1720 begann der Patriarch Jeremias III.(1716–1726, 1732–1733) die Kathedrale wieder aufzubauen. Die Restaurierung wurde vom Patriarchen Paisios II. fortgesetzt. 1738 fügte ein weiteres größeres Feuer dem Kirchengebäude Schaden zu. Heute stellt sich die Georgskathedrale als eine der typischen spätbarock/klassizistischen Kirchen Konstantinopels dar.