Italien: Papst würdigt katholische Ostkirchen

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Foto: © Pear Blossom (Quelle: Wikimedia; Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported)

29.06.2018 (NÖK) Papst Franziskus hat in einer Botschaft an die Bischöfe der katholischen Ostkirchen die „Tapferkeit“ der lange verfolgten Kirchen betont. Von der Begegnung der über 50 Bischöfe im kalabrischen Lungro erhofft sich der Papst einen „mutigen Impuls für die Neu-Evangelisierung des europäischen Kontinents“ und zugleich, dass sie „wichtige Aspekte der Identität und der Mission dieser Kirchen“ vertieft.

Das 21. jährliche Treffen der Bischöfe der katholischen Ostkirchen in Europa vom 14. bis 17. Juni 2018 stand unter der Schirmherrschaft des Rats der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE). Eingeladen hatte Donato Oliverio, der Bischof der italo-albanischen Eparchie Lungro. Seine Eparchie feiert 2019 ihr 100-jähriges Bestehen, das diesjährige Treffen diente der Vorbereitung des Jubiläums. Man wolle „zu einem immer besseren Verständnis dessen gelangen, was die Universalkirche von den Ostkirchen in voller Übereinstimmung mit dem Heiligen Stuhl erwartet“, sagte Oliverio in seiner Eröffnungsrede. Ein „stärkeres Bewusstsein und eine deutlichere Komplementarität unserer kirchlichen Identität“ würden die „Einordnung der katholischen Ostkirchen in den ökumenischen Horizont“ erleichtern. Je mehr die Kirchen „sie selbst“ seien und je „unmissverständlicher“ ihre „Zugehörigkeit zum christlichen Osten“ sei, desto „fruchtbarer und wertvoller“ werde ihr Beitrag, so Bischof Oliverio.

An der Eröffnungssitzung sprachen außerdem Kardinal Leonardo Sandri, Präfekt der Ostkirchenkongregation, Kardinal Angelo Bagnasco, Vorsitzender der CCEE, sowie Emil Paul Tscherrig, der Apostolische Nuntius in Italien, der auch die Botschaft des Papstes verlas. Beide Kardinäle sprachen das Thema Migration an, da zahlreiche Katholiken des byzantinischen Ritus in der Diaspora leben. Sandri verwies dabei auf die Christen, die wegen Konflikten im Nahen Osten und in der Ukraine gezwungen seien, ihre Heimat zu verlassen. Darauf ging auch Großerzbischof Svjatoslav Schevtschuk, Oberhaupt der Ukrainischen Griechisch-Katholischen Kirche, ein. Er lobte die Gastgebereparchie als Beispiel für „Mut und Ausdauer“. Die Vorfahren der albanischen Christen in Süditalien hätten ihre Heimat vor 500 Jahren verlassen, doch die Eparchie sei heute eine „lebendige und aktive Kirchengemeinschaft“. Für die Ukrainer, die heute flüchten müssten, sei das ein Beispiel dafür, wie sie ihre „nationale und Kirchenidentität“ bewahren könnten.

Das Thema des Treffens lautete „Das Gesicht einer Orientalischen Kirche. Theologie – Besonderes Recht – Liturgie“ und wurde in verschiedenen Arbeitsgruppen besprochen. Die Bischöfe diskutierten dabei historische, liturgische und disziplinarische sowie ökumenische Aspekte und kamen zum Schluss, dass „nur mehr Zustimmung und Verständnis für die ganz eigene Identität“ der Kirche zu „mehr Wirksamkeit“ und einer „besseren pastoralen Antwort auf aktuelle Herausforderungen“ führen könne.