Jordanien: Patriarch von Jerusalem will Ukraine-Initiative fortsetzen

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Foto: © Michał Józefaciuk (Quelle: Wikimedia, Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Poland)

11. März 2021 (NÖK) Patriarch Theophilos III. von Jerusalem hat eine neue Initiative zu einem innerorthodoxen Treffen bezüglich der umstrittenen kirchlichen Situation in der Ukraine gestartet. Anlässlich des Jahrestags des Treffens in Amman schickte er allen Leitern der orthodoxen Lokalkirchen einen Brief, den das Außenamt des Moskauer Patriarchats auf seiner Website in mehreren Sprachen veröffentlicht hat.

Bei dem Treffen am 26. Februar 2020, das oft als „Gipfel von Amman“ bezeichnet wird, ging es darum, „unsere brüderlichen Beziehungen zu stärken“, wie es in dem Brief heißt. Im Zentrum stand die Förderung des panorthodoxen Dialogs, um innerorthodoxe Streitfragen – insbesondere hinsichtlich des Kirchenstreits in der Ukraine – zu lösen. Allerdings erschienen nicht alle Lokalkirchen in Amman, lediglich die Russische Orthodoxe Kirche (ROK), die Serbische Orthodoxe Kirche und die Orthodoxe Kirche der Tschechischen Länder und der Slowakei waren durch ihre Oberhäupter vertreten. Die Rumänische Orthodoxe Kirche und die Polnische Orthodoxe Kirche entsandten lediglich eine kleine Delegation. Die anderen orthodoxen Kirchen begründeten ihre Abwesenheit zumeist damit, dass das Recht, eine panorthodoxe Versammlung einzuberufen, dem Ökumenischen Patriarchen vorbehalten sei.

Das Treffen in Amman 2020 fand am Vorabend der Coronavirus-Pandemie statt, was ein ursprünglich noch für das gleiche Jahr geplantes Folgetreffen verunmöglichte. In „hoffnungsvoller Erwartung hellerer Tage in diesem Jahr“ erinnerte Patriarch Theophilos an die „Verpflichtung, sich gemeinsam zum Gebet und brüderlichen Gespräch zu versammeln“. Er bete dafür, dass „dies in diesem Jahr möglich wird“.

Zur kirchlichen Situation in der Ukraine äußerte sich auch der Ökumenischen Patriarch Bartholomaios, als er Besuch von einer Delegation ukrainischer Parlamentarier empfing. Dabei wies er alle Vorwürfe des Moskauer Patriarchats zurück, darunter die Anschuldigung, er habe mit der Verleihung der Autokephalie an die Orthodoxe Kirche der Ukraine (OKU) die Orthodoxie gespalten. Mit seiner Entscheidung habe er seine pastorale Verantwortung gegenüber den orthodoxen Gläubigen in der Ukraine wahrgenommen. Äußere Mächte und geopolitische Interessen hätten hingegen keine Rolle gespielt. Der ROK warf er vor, selbst die Einheit der Orthodoxie zu verletzten, weil sie die eucharistische Gemeinschaft mit Konstantinopel gebrochen hat. Zugleich bestätigte Bartholomaios, die Ukraine anlässlich des 30. Jahrestags ihrer Unabhängigkeit im Sommer besuchen zu wollen. (mit Material von Kathpress)