Kardinal Schönborn: Im orthodoxen Kirchenkonflikt nicht Partei ergreifen

Wiener Erzbischof hofft auf starke "Einheitskräfte" in der Orthodoxie - Als katholische Kirche weiterhin bewährte Freundschaft zu allen orthodoxen Kirchen pflegen - Würdigung der Tätigkeit der Stiftung „Pro Oriente“

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Foto: © BambooBeast (Quelle: Wikimedia; Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported)

Wien, 9.11.18 (poi) Kardinal Christoph Schönborn hofft, dass in der orthodoxen Kirche „die Einheitskräfte stärker sein werden als jene der Spaltung“. Die aktuelle Situation sei „dramatisch und höchst bedauerlich“, so der Kardinal, er sei jedoch trotzdem zuversichtlich, dass der Konflikt friedlich gelöst werden könne. „Jedenfalls beschäftigt uns die Sache sehr“, sagte Kardinal Schönborn wörtlich auf eine entsprechende Anfrage bei der Abschluss-Pressekonferenz der Herbstvollversammlung der Bischofskonferenz am Freitag in Wien, wie die katholische Nachrichtenagentur „Kathpress“ berichtet. Zugleich warnte der Kardinal davor, dass die katholische Kirche in dem Konflikt um eine Autokephalie der orthodoxen Kirche in der Ukraine einseitig Partei ergreift.

Der Wiener Erzbischof unterstrich die guten Beziehungen der katholischen Kirche zu allen orthodoxen Kirchen in Österreich; nicht zuletzt auch durch die Stiftung „Pro Oriente“. Für die nahe Zukunft sei auch eine Begegnung der katholischen und der orthodoxen Bischofskonferenz Österreichs angedacht, kündigte der Kardinal an.

Von Seiten der katholischen Kirche könne man wohl nur für eine friedliche Lösung beten, so Schönborn. Es gelte, in dem innerorthodoxen Konflikt möglichst nicht einseitig Partei zu ergreifen, sondern die bewährte Freundschaft mit allen orthodoxen Kirchen zu pflegen.