Katholische Kirchen begehen Gebetstag für Frieden im Nahen Osten

Am Sonntag fand ein "Friedenstag für den Nahen Osten" statt – Patriarchen und Bischöfe weihten die Region der Heiligen Familie von Nazareth

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Foto: © Almog (Quelle: Wikimedia; Lizenz: public domain)

Jerusalem, 28.06.21 (poi) Der Rat der katholischen Patriarchen und Bischöfe im Nahen Osten hatte für Sonntag, 27. Juni, zu einem „Friedenstag für den Nahen Osten“ aufgerufen. Dabei sollte die katholische Kirche in den Ländern des Nahen Ostens die Region der Heiligen Familie von Nazareth weihen. Die Gottesdienste am Sonntag wurden zu einem kraftvollen Zeichen für den Frieden. Auch Papst Franziskus schloss sich der Initiative an.

Der lateinische Patriarch von Jerusalem, Pierbattista Pizzaballa, nahm die Weihe bei einem Gottesdienst in der Verkündigungsbasilika in Nazareth vor. Dabei wurde eine Ikone der Heiligen Familie gesegnet, die speziell bemalt und mit Reliquien eingelegt ist und in der Basilika aufbewahrt wird. „Die Ikone wird vom Libanon aus in die Länder des Ostens pilgern und abschließend Ende des Jahres des Heiligen Josef am 8. Dezember 2021 in Rom ankommen von wo aus sie ihre Rückreise ins Heilige Land antreten wird“, so Erzbischof Pizzaballa.

An dem Gottesdienst in Nazareth nahmen u.a. auch der melkitische griechisch-katholische Bischof Yousef Matta, der maronitische Bischof Musa Al-Haj und der syrisch-katholische Bischof Afram Antoine Semaan teil.

 

Irak, Libanon, Jordanien, Ägypten

Im Irak nahm der chaldäische Patriarch Louis Raphael Sako die Weihe in der Kathedrale des heiligen Joseph im Bagdader Stadtteil Karrada vor. Auch alle anderen chaldäischen Bischöfe im Irak vollzogen am Sonntag in ihren Kathedralen die Weihe und beteten für den Frieden.

Im Libanon feierte der maronitische Patriarch Bechara Boutros Raï den zentralen Gottesdienst in seiner Sommerresidenz in Diman. In der jordanischen Hauptstadt Amman stand Bischof William Schomali, Patriarchalvikar für Jordanien, der Weihe-Feier vor.

In Ägypten schloss sich der koptisch-katholische Patriarch Ibrahim Isaac Sidrak der Initiative an. Er nahm die Weihe des Nahen Ostens an die Heilige Familie während des Sonntagsgottesdienstes in der Herz-Jesu-Kirche im Kairoer Stadtteil Heliopolis vor.

 

Papst Franziskus betet um Frieden

Papst Franziskus hat am Sonntag beim Mittagsgebet auf dem Petersplatz zum Frieden in Nahost aufgerufen. Er bat um Beistand für all jene, „die sich für Dialog und Geschwisterlichkeit Zusammenleben“ in der Region einsetzten. „Möge Gott diesen lieben Menschen immer wieder Kraft, Ausdauer und Mut schenken“, sagte der Papst wörtlich.

 

Ein Ruf an alle ChristInnen des Nahen Ostens

Der „Rat der Kirchen des Nahen Ostens“ (MECC) hat in einer Botschaft die Friedensinitiative begrüßt und zugleich auf die Wurzeln von Gewalt und Leid im Nahen Osten hingewiesen. Der Nahe Osten sei Schauplatz sogenannter „Stellvertreterkriege“, unter denen in einer Art „Rotation“ die lokale Bevölkerung leide, die Opfer von Konflikten wird, „die an einem Ort beendet werden, um an einem anderen Ort wieder aufzuflammen“. Im Nahen Osten herrsche ein „ununterbrochener Strom von Schmerz, Trauer und Elend, angeheizt durch das Modell der modernen Entwicklung mit seinem unersättlichen Bedürfnis, neue Konflikte zu schüren, um die Rüstungsindustrie hochzuhalten, die die technologische Globalisierung fördert“, zitierte der vatikanische Nachrichtendienst Fides aus dem Schreiben.

Der Rat ermutigt alle Gläubigen, sich am Gebet zu beteiligen und hofft, dass das Gebet in allen Kirchen des Ostens gleichzeitig erhoben wird, um alle kirchlichen Familien im Gebet zu vereinen, mit dem Wunsch, dass der Schmerz dieses Ostens sich verwandelt und der Weg des Kreuzes in eine Auferstehung mündet!