Keine Christen im ägyptischen Fußball-Nationalteam

„Open Doors“ macht an Hand der Situation bei den großen Fußballclubs auf nach wie vor bestehende gesellschaftliche Diskriminierung von Christen am Nil aufmerksam

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Foto: © Анна Нэсси (Quelle: Wikimedia; Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported)

Kairo-Wien, 09.07.19 (poi)  In der Zusammensetzung des ägyptischen Teams bei den derzeitigen (noch bis 19. Juli andauernden) afrikanischen Fußball-Meisterschaften – 32. Africa Cup of Nations – wird die nach wie vor bestehende gesellschaftliche Diskriminierung von Christen im Nil-Land sichtbar. Darauf hat die Wiener Vertretung der evangelikalen Organisation „Open Doors“ aufmerksam gemacht. Nach den Informationen von „Open Doors“ ist kein Christ im ägyptischen Nationalteam. Ein Informant von „Open Doors“ habe berichtet, dass die führenden Funktionäre bei den wichtigsten ägyptischen Profi-Clubs „fanatisch“ seien, daher gebe es keine Christen in diesen Mannschaften. Nur bei Clubs der Unterliga gebe es auch christliche Spieler.

Diese Situation zeige, wie sehr die ägyptische Gesellschaft nach wie vor von der Diskriminierung gegen Christen geprägt ist, so der „Open Doors“-Informant: „Die Diskriminierung ist Teil der Kultur. Christen werden nur zu oft als unechte Ägypter und als Ungläubige angesehen“. Dementsprechend hätten Christen kaum eine Chance auf leitende Positionen im Militär oder bei der Polizei. Es gebe ein paar Polizeioffiziere, aber prozentual gesehen seien die Christen deutlich unterrepräsentiert.

Der Machtantritt von Präsident Abd-el-Fattah al-Sisi habe zwar einen Wandel im Diskurs über die Christen markiert, jedoch nicht zu einem Rückgang der Diskriminierung im täglichen Leben geführt, bedauert „Open Doors“. Gewaltakte blieben auf einem dramatisch hohen Niveau. Christen, besonders Frauen, würden belästigt und diskriminiert, sowohl am Arbeitsplatz wie in der Öffentlichkeit. Zum Christentum konvertierte frühere Muslime könnten ihren Glauben nicht offen ausüben und stünden unter enormem Druck, wieder zum Islam zurückzukehren. Die offizielle Anerkennung ihres Glaubenswechsels im Personalausweis, der in Ägypten permanent gebraucht wird, werde hinausgezögert. Im umgekehrten Fall, bei Konversion vom Christentum zum Islam, erfolge die Registrierung in kürzester Frist. (Infos: „Open Doors“, Kurt Igler, Tel.: 0699/174 75 666).